Taroko Nationalpark nach Taipei

Ausgangspunkt für den Taroko Nationalpark ist die Stadt Hualien, wie vielleicht nicht Jedem bekannt, gab es im April 2024 ein schweres Erdbeben welche nicht nur viele Opfer gefordert hat, sondern die Infrastruktur in der Taroko Schlucht schwer beschädigt hat. Monatelang war selbst die Straße gesperrt und es war unklar, ob eine Einfahrt überhaupt möglich wäre. Obwohl alle Wanderwege weiterhin komplett geschlossen bleiben, Denkmäler zerstört, und das Gestein teilweise noch instabil ist, war zumindest eine Durchfahrt der Schlucht auf der A8 zu gewissen kurzen Zeitfenstern möglich (um die Bauarbeiten nicht zu sehr zu behindern).

Eine Warnung im Visitor Center „Befahren auf eigene Gefahr, Gestein kann immernoch runter kommen“, hielt mich nicht ab. Also hieß es Anstehen mit einer Handvoll anderer Autos – und warten. Die Gates öffnen nur für wenige Minuten und lassen dann die durch, die dort stehen.

Bei eher grauem Wetter schlängelten wir uns dann mit 30-40kmh (aufgrund der starken Straßenschäden) durch das Teilstück der Taroko Schlucht. Es war beeindruckend, die hohen aufragenden Marmorwände, aber auch die Spuren der Verwüstung zu sehen, wie hier das starke Erdbeben gewütet hatte.

Von dort ging es nun zurück nach Taipei. Über ein paar 7-Eleven Supermarkt Stopps (Anm.: in Taiwan tankt man an Tankstellen nur, Snacks, Kaffee, etc. Fehlanzeige, als Raststätten fungiert hier die Supermarktkette 7-Eleven, und ist in ganz Taiwan verbreitet).

Taipei ist eine ausgesprochen saubere, ruhige und höfliche Megacity. An der Metro wird sich geduldig angestellt und auch sonst hält sich das sonst so gehetzte Stadtbild von Megacities dieser Größenordnung doch in Grenzen. In Taipei (wie auch im Rest des Landes) sieht man auch andere Dinge, die vielen Asienreisenden bekannt vorkommen dürften, perfekte Organisation z.B. ob bei der Anzeige welche WCs frei sind, bis zum Anstehen an den Gleisen. Auch Anime ist omnipräsent, wie hier als Werbung für die technische Universität in Tainan oder bei den tausenden Kaugummi- und Spielautomaten.

In Taipei hat es jetzt das hervorragende Essen an jeder Straßenecke wie angepriesen, ob Ramen, Wonton, Mochi-Kugeln, Burger, oder ganz skurille Desserts – für jeden Gaumen lässt sich hier etwas finden. Mein neuer Lieblingssnack sind jedenfalls wachsweichgekochte Eier mit Soya-Sauce 😋.

Vor allem ist Taiwan für vorzüglichen Kaffee bekannt, die Variationen schier unendlich, in Taiwan wird selbst Kaffee kultiviert und an jeder Ecke findet sich ein Café, die im Vergleich zu Restaurants meist deutlich liebevoller eingerichtet sind, oder einfach nur kreativ.

Durch die Stadt kommt man am Besten mit der Metro. Die Dihua Street, Nationale Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle, Mengjia Longshan-Tempel, Elephant Mountain oder das 101 als wichtigste Attraktionen erreicht man problemlos mit der U-Bahn.

Da wir den Longshan Tempel an einem Sonntag besucht haben, war er voll mit Gläubigen. Das Essen wird von den Gläubigen mitgebracht und gespendet und ist als Gabe für die Gottheiten… sobald diese jedoch ihren Anteil haben, geht der Rest an die Bedürftigen. Antworten auf drängendste Fragen liefern die Mondsteine die man wirft – aber Achtung, landen Beide mit der runden Seite nach unten, ist die Frage irrelevant und die Götter lachen darüber😆. Angenehm ist hier, wie entspannt alles ist, es ist trubelig, doch trotzdem rücksichtsvoll genug, dass jeder den Ritualen nachgehen kann, ohne den anderen zu behindern und noch wichtiger, sich nicht sinnlos über andere aufzuregen. Maßregeln oder missbilligende Blicke konnte ich keine Ausmachen. Man merkt, Tempel sind mehr Gemeindezentren, in denen man zusammen kommt. Alt und Jung, Arm und Reich, Kinder dürfen herumrennen und es wird gelacht, zwischendurch wird auch mal selbst das Handy gezückt für ein Selfie mit der Familie. Und die Steine darf man auch bis zu 3x werfen wenn einem die Antwort nicht passt, herrlich. Ob dieses Flair wohl einer der Gründe ist, warum es über 5000 Tempel in Taiwan gibt (Tendenz steigend)? Ich weiß es nicht, aber schön war der Besuch im Sonntagstrubel im Longshan-Tempel alle mal.

Eines der imposantesten Museen chinesischer Kunst ist das Nationale Palastmuseum. mit einer gigantischen Sammlung. Vor allem der Detailreichtum fasziniert. Wir konnten eine sehr schöne Sonderausstellung besuchen („beauty speaks for itself“) mit Artefakten aus ganz Asien und Europa. Fast hätte es nicht geklappt – Montags hat das Museum normalerweise geschlossen, wir hatten Glück es war ausnahmsweise geöffnet.

Ein weiterer häufiger Tipp ist die Fahrt auf das 101 – der höchste Wolkenkratzers in Taipei. Da die Feinstaubbelastung allerdings so immens hoch war, erschien mir der m.u. unklare Ausblick aber nicht so lohnenswert für den hohen Preis. Und das 101 ist von außen ohnehin das lohnenswertere Fotomotiv, ist die Skyline von Taipei doch verhältnismäßig klein. Daher lohnt sich der Elephant Trail mehr – von Aussichtsplattformen, nach einem kurzen Aufstieg, lässt sich der Blick auf die Skyline Taiwans genießen.