Erster Eindruck nach 12h Taiwan – reibungslos und unkompliziert. Mit deutschem Pass ist zwar kein Visum nötig, bei der Ankunft in Taipei heißt es die Arrival Card ausfüllen. Das gibt es in vielen Ländern, Taiwan hat es digital (keine Selbstverständlichkeit!) das dazu passende Wifi am Flughafen ist schnell (auch keine Selbstverständlichkeit!) und die Einreise trotz langer Schlange schnell und effizient. Hallo Taiwan!
Trotz des hohen Standards im Land ist Taiwan ein Bargeld Land und dabei sogar noch extremer als Deutschland (ja, auch das gibt es!). Das beginnt schon bei der Express-Zug Verbindung in die Stadt, keiner der Automaten nimmt Kreditkarte und die Scheine aus dem Geldautomaten sind ihm zu groß. Doch schon hier stellen wir fest, lange ist man nicht auf sich gestellt, sofort wird Hilfe angeboten oder man kommt ins Gespräch, wie lange man hier ist, was man sich anschauen will, keine 60min im Land und schon positiv gestimmt.
Als das Bargeld-Thema gelöst ist, geht es ab in die Stadt mit Airport Express und der Blue Line Metro zum Hotel – typisch asiatisch wird sich in perfekter Ordnung aufgestellt, selbst wenn nicht viel los ist.

Als „Betthupferl“ gibt es dann das erste taiwanesische Bier und einen interessanten Snack. So viel sei gesagt – wir waren uns nicht einig… aber wie sagt man so schön, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich mag Mandeln & Sardellen, nur nie wieder zusammen. 😆

Am nächsten Morgen ging es los – Mietwagenabholung und raus aus der Stadt, doch vorher noch kurz in ein Café. Als wir uns einen Platz suchen wollten, räumten sofort 3 andere taiwanische Kunden ihre Plätze, (schneller als ich noch etwas Anderes als Danke sagen konnte) um uns den bestmöglichen Platz für uns uns und unser Gepäck anzubieten.
Interessant ist in Taiwan das Thema Tankkarten bei vielen Mietwägen inzwischen. Da es zu häufig zu fehlerhafter Betankung durch Tourist:innen kam, wird inzwischen mit von der Autovermietung gestellten Tankkarten bezahlt, auf denen der richtige Sprit zu lesen ist^^. Nun ging es begleitet von Nieselregen auf zum Sonne und Mondsee.
Absolut empfehlenswert ist dafür die Strecke über den Central Cross Island Highway – für die 300km muss man mindestens 7h einplanen. Es ist eine schmale Straße die sich auf über 3000m hochschraubt und atemberaubende Anblicke bietet. Es geht durch tropische Regenwälder, bis hoch über die Baumgrenze, mit einem „Über den Wolken“-Flair und einem ersten Eindruck des berühmten Taroko National Paks.



Allerdings muss man aufgrund von Erdrutschen doch an einigen Engpässen mit Wartezeiten rechnen, 1 Tag sollte man also für die Strecke einplanen. An einer dieser Wartestellen, baten wir im Auto hinter uns um Hilfe um das Navi des Mietwagens auf Englisch umzustellen.

Auch hier war die taiwanesische Hilfsbereitschaft groß… irgendwann tumelten sich 8 Personen von Autos und Mopeds bei uns am Auto um ihr Glück zu versuchen – leider erfolglos (es gibt wohl keine Spracheinstellung). Das hielt jedoch Keinen davon ab, es selbst nochmal zu versuchen, wenn der Vorgänger gescheitert war. Ein lustiges Szenario auf jeden Fall, was sogar filmerisch begleitet wurde (keine Ahnung warum; vielleicht war der Mopedfahrer ein bekannter Influencer?). Auch bei einem nichtfunktionierendem Parkticketautomaten erging es uns ähnlich.
Erkenntnis des Tages: Wenn es einem mal nicht angeboten wird, sollte man in Taiwan wirklich keine Scheu haben um Hilfe zu bitten, hier wird nicht nur aus Höflichkeit geholfen, sondern aus Überzeugung!
Der Tag endete in einem kleinen Ort am See; Yuchi, fast schon gespenstisch ausgestorben, fällt hier auf, dass wir anscheinend in der Nebensaison unterwegs sind. Leckeres Streetfood gibt es glücklicherweise trotzdem, heute in Form von Ei-Burger 🍳🍔 (fein gewürztes Schweinefleisch, Käse, und „Brötchen“ aus Ei) Yummi!


