Das Land mit der größten Bevölkerung der Erde. Hier erwartet den Reisenden Abenteuer für die Sinne, laut, auffallend, vielseitig. Ein Land voller Widersprüche die mit Macht aufeinander prallen oder auch friedlich ko-existieren. Moderne in der Geschäftswelt, wachsender Wohlstand im letzten Jahrzehnt für immer mehr Menschen und trotzdem Armut und starre Gesellschaftsstrukturen durch das noch heute tief verwurzelte Kastensystem vor allem in ländlichen Gebieten, auch wenn es politisch offiziell abgeschafft wurde. Der extreme Kulturschock, welcher Einen vor einem Jahrzehnt wohl ereilte, ist es für die Vielreisenden heute eher nicht mehr. Dafür nach wie vor ein Land in dem einen die Augen über gehen, wie an einem reichlich gedeckten Tisch.

In 20 Tagen ging es zu den Highlights Nordindiens. Wir sind nach Varanasi gefahren, da unser Flug gestrichen wurde, was ich nicht empfehlen würde. Die Distanzen sind eher weit, bzw. man kommt sehr langsam voran. Die Straßen sind so lala, es herrscht viel Verkehr. Wir waren am Ende der Hauptsaison für indischen Tourismus unterwegs (Ende März), es war weniger los, aber leider auch schon sehr heiß.
Impressionen

Farben, Formen, Gerüche, Texturen:
Indien ist ein gigantischer Farbtopf für alle Sinne.
— März 2024







Key Takeaways
Key takeaway #1: Das Symbol ewiger Liebe
Ja, es ist das Taj Mahal, das vielleicht romantischste Bauwerk der Erde. Architektonisch eine Wucht. Und ja, es bleibt ein „sollte man gesehen haben“-Moment. Allerdings empfehle ich wirklich, sich darauf vorzubereiten, was einen erwartet. Influencer (und solche die es werden wollen) die mit Stativen und Selfie-Sticks herumfuchteln, zehntausende Menschengruppen die nur posieren wollen, und ein Gedränge, das zum Abgewöhnen ist. Daher: Frühmorgens oder spätabends, dann ist es (einigermaßen) erträglich; und sich darauf vorbereiten, dass es vor allem eines ist: voll – und durch das Gedränge und Geschubse, geht die Magie leider etwas verloren.
Key takeaway #2: In Indien fotografiert man – und wird fotografiert (wenn man weiß ist)
Es verging kaum ein halber Tag, der erste Besuch eines Tempels in Delhi, und ich wurde schon angesprochen. Ein kleines Mädchen wollte unbedingt ein Foto mit mir. So etwas ist mir nirgendwo auf der Welt passiert. Es blieb kein kurioser Einzelfall, sondern wurde die Norm. Egal wo, ob Tempel oder Straße, Wüstentour oder Marktbesuch, manchmal bin ich selbst nicht zum Fotografieren gekommen, weil so viele mit mir ein Foto wollten. Das passiert eher wenn man weiß und blond ist, ein (etwas trauriges) Überbleibsel der britischen Kolonialisierung wie man mir sagte. Vor allem Mädchen waren begeistert und freuten sich ihre Englischkenntnisse zu testen.
Key takeaway #3: Indien ist nicht nur EIN Land
Auch wenn man nur den Norden bereist, stellt man sehr schnell fest, es gibt nicht das „eine“ Indien. Norden und Süden unterscheiden sich durch die Sprache; die Strömungen des Hinduismus unterscheiden sich teilweise schon von Ort zu Ort, Interpretationen der Götter und Volksglaube sind permanent im Wandel. Es ist vermessen zu glauben, weil man Indien einmal bereist hat, kenne man Indien. Alles was man sehen kann, bleibt ein kurzer Einblick in einen gigantischen Kosmos. Daher ist es empfehlenswert lokale Guides zu haben, die einem die jeweiligen Spezifika der Landesteile erschließen können.
Key takeaway #4: Unterwegs als Frau
Trotz all der wundervollen herzlichen Begegnungen, gab es leider auch negative Erlebnisse. Ich gehöre zu den Hartgesottenen, und durch das Reisen in vielen Ländern mit anderen kulturellen Einflüssen lernt man auch sich anders zu verhalten, oder Dinge auszublenden, doch in Indien war dies kaum möglich. Indien war das erste Land (von mehr als 70 Ländern) in dem ich mich als Frau unwohl fühlte, egal wie zurückhaltend ich mich verhielt. Ich wurde ungefragt von Männern angefasst und mit Aufmerksamkeit im negativen Sinn überhäuft.
All das sollte einem trotzdem nicht von einer Reise nach Indien abhalten, denn es ist ein faszinierendes Land. Aber man sollte sich sehr wohl darauf vorbereiten, was einen als Frau erwartet, nicht blauäugig sein dass man trotz aller Verhaltensregen ggf. mit übergriffigem Verhalten rechnen muss.
Top 3 Erlebnisse in Indien

Ein Besuch während des Holi-Festival ist zweifelsohne eines der Highlights. Am ersten Tag werden Feuer angezündet und am zweiten Tag wird auf der Straße gefeiert mit buntem Pulver.

Die prachtvollen (Hindu-) Tempel & Paläste sind wahrscheinlich eines der bekanntesten Sightseeingziele des Nordens. Und es mangelt nicht an Auswahl – alleine hier könnte man vermutlich Monate zubringen.

Varanasi – die heilige Stadt, in die gläubige Hindus aus aller Welt pilgern um den Tod als Erlösung von der ewigen Widergeburt zu feiern. Die Stadt am Ganges hat eine ganz eigene Magie.
