Traumhafte Isla Coiba auf dem Weg nach Panama-Stadt

Santa Catalina ist ein kleines Nest auf der Pazifikseite. In dem Ort selbst gibt es nichts Sehenswertes (außer spektakulären Sonnenuntergängen, direkt von der Unterkunft zu genießen), das Leben ist extrem ruhig – jeden Nachmittag entwirren die Fischer ihr Netz und es gibt weder einen Souvenirladen und bis vor kurzem nicht mal einen Geldautomat.

Der Grund für die Reise in dieses Nest ist das Highlight welches direkt vor der Küste liegt. Santa Catalina ist der Ausgangspunkt für Touren zu „Galapogos für Arme“ – dem Nationalpark Coiba. Auch hier zog die Regenfront durch, daher mussten wir einige Tage auf eine Tour warten. Aber als es dann los ging, wurde es morgens ganz schön voll auf dem Weg zu unseren Booten. Der Anfang des Trips stand leider wettertechnisch unter keinem guten Stern – es regnete auf der ca. 1h Fahrt zum Nationalpark und auch noch bei unserem ersten Stopp zum Schnorcheln (glücklicherweise ist den Fischen der Regen egal und so konnten wir zumindest unter Wasser Einiges sehen). Insgesamt besuchten wir drei Spots im hauptsächlichen Marine-Nationalpark. Was auffällt ist, die Fische hier sind nicht weniger bunt als auf der Karibikseite, aber deutlich größer. Es tummelten sich Schwärme von ihnen, sowie Weißspitzenriffhaie und an unserem letzten Spot massenweise Schildkröten, die so entspannt unter Wasser frasen, dass ihnen die Tourist:innen völlig egal waren und ich einmalige Aufnahmen machen konnten – einfach sagenhaft. 😍

Leider weniger schön, aber wenig überraschend war, wie voll mit Plastikpartikeln das Meer war. Man konnte kaum einen einzigen Schwimmzug machen, ohne nicht ein kleines Stück Plastik in der Hand zu haben; das war schon sehr traurig zu sehen. Ich versuchte die durchsichtigen Plastikpartikel auszublenden. Hätte ich vielleicht nicht tun sollen, denn anscheinend schwamm ich durch eine kleine Armada von Nesselquallen… es pikste im Wasser ziemlich heftig, aber als ich rauskam hatte ich an Armen und Beinen ziemlich viele juckende Quaddeln… daran hatte ich leider noch fast eine Woche Spaß. 🙈

Über Wasser hatten wir zumindest anfangs wettertechnisch kein Glück. Als wir auf der Hauptinsel ankamen goss es wie aus Kübeln und wir kämpften uns trotzdem einen schlammigen Pfad (auf dem wir einige Male fast hingefallen sind) durch den Dschungel hoch zu einem Aussichtspunkt – im Prinzip sehr schön, aber bei uns hieß es leider nur; „wie sie sehen, sehen sie nichts“.

Glücklicherweise klarte es später auf und wir machten noch Halt an einer pazifischen Insel mit Traumstrand. Im nahen Fluss lagen Krokodile und am Strand kämpften Krebse um die Reste von Ananas und Kokosnüssen.

Als wir schon dachten der Tag kann nicht mehr besser werden, passierte es: Bei der Rückfahrt sprangen auf einmal Buckelwale im Meer vor uns. Sie spielten anscheinend miteinander und das Schauspiel ging einige Minuten weiter. Einfach wundervoll, und mehr als eine großartige Entschädigung dafür, dass die Tour aus Boca Chica leider nicht geklappt hatte – und ein gelungener Abschied eines (trotz) Regen bombastischen Tages.

Von Santa Catalina aus ging es auf die Azuero Halbinsel, denn ein Naturspektakel fehlte auf derListe noch: Die Eiablage von Meeresschildkröten an einem der pazifischen Strände. Im Süden der Halbinsel liegt Isla Cañas. Nicht wirklich eine Insel, sondern ein 14km langer Sandstrandabschnitt, der bekannt ist für die Eiablage von drei großen Meeresschildkrötenarten (Karett- ; Grüne – ; Leder-). Auch hier ist wenig bis keine Infrastruktur; auf die Halbinsel und in das Schutzgebiet darf man nur mit einem Guide, den wir uns via Onlinerecherche über eine Agentur in Panama City besorgten. Leider hatte es den ganzen Tag schwer gestürmt, so stand lange auf der Kippe ob wir überhaupt übersetzen können. Wir fuhren trotzdem auf die Halbinsel und hofften das Beste – und um kurz vor 6 hieß es dann doch es geht los. Wir waren die einzigen zwei Gäste und zuerst ging es in das Dorf der Einheimischen zum Abendessen, bevor wir um kurz nach 7 loszogen um an dem Strand im Nationalpark entlang zu wandern und nach Schildkröten die Eier ablegten und schlüpfenden Babys Ausschau zu halten. Doch wir hatten leider auch hier kein Glück. Ob es an dem Sturm des Tages liegt, oder an der Tatsache dass immer weniger Schildkröten kommen (wie uns der Guide erzählte) – dieses Schauspiel blieb uns leider verwehrt. Da viele der Schildkröteneier im Sand nicht überleben, werden seit einigen Jahren schon die Nester von der Polizei ausgegraben und in Aufzuchtstationen in Säcke am Strand gebracht. Wenn es Zeit wird zu schlüpfen, werden die Eier am oberen Ende des Strandes wieder ausgesetzt, denn zum Meer müssen es die Kleinen selbst schaffen, damit sie sich an den Strand erinnern und wieder hierher zurückkehren wenn es an der Zeit ist für sie selbst, Eier zu legen. Wir erfuhren vom Personal dort, dass wir ein Spektakel vom Aussetzen von mehreren 1.000 Eiern um zwei Tage verpasst hatten, und heute leider auch keine Jungen mehr zu sehen sein werden. Das Interessanteste an dieser nächtlichen mehrstündigen Strandwanderung waren die Horden von Krebsen die den Strand bevölkerten und teilweise sehr interessant aussahen.

Wir waren schon ziemlich enttäuscht – aber auch umso dankbarer, dass wir uns die Zeit gegönnt haben drei Tage auf unsere Isla Coiba Tour zu warten und dort die faszinierenden Meeresschildkröten in Aktion Unterwasser gesehen haben. Da das Wetter leider nicht auf unserer Seite war, und es weiter regnete, entschieden wir uns am nächsten Tag ohne größere Zwischenstopps von der Azuero Halbinsel weiterzufahren, in die letzte Metropole dieser Reise: Panama City.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.


Kommentare

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