Vom Nebelwald in Monteverde sollte es auf dem Weg zur Karibikküste mit den Zwischenstopps Crocodile Bridge und Vulkan Poas zur Zwischenübernachtung in Heredia gehen, etwas südlich der Hauptstadt San José. Um bei den Hauptattraktionen die Besucherströme zu begrenzen und zu steuern, müssen in Costa Rica seit diesem Jahr Tickets mit einer vordefinierten Eintrittszeit gekauft werden; mindestens 24h im Voraus. Der Vulkan Poas ist eine dieser costa-ricanischen Attraktionen, und wir sind somit zeitig und mit einem einstündigen Puffer in Monteverde gestartet.
Schon auf der Crocodile Bridge, unter der sich sonst gerne mal 20-50 Krokodile tummeln, hat sich gezeigt dass uns das Glück am dem Tag nicht hold sein sollte. Aber immerhin, zwei echte Krokodile sind doch schon mal etwas.
Von der Crocodile Bridge aus ging es in Richtung Hauptstadt, da sich der Vulkan Poas nordwestlich derselben befindet. Leider sind wir dabei in einen Stau geraten, der nicht nur unseren ganzen Puffer aufgefressen hat, sondern es wurde klar dass wir unseren Zeitslot nicht mehr schaffen würden – wir standen fast 2h aufgrund einer Baustelle.
Das war natürlich ärgerlich, weil damit das online bezahlte Eintrittsgeld futsch war, aber wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, und anstelle des Vulkans die berühmte Ochsenkarrenfertigung in Sarchi besucht. Nicht nur die farbenprächtigen Bemalungen sind berühmt, sondern auch wie einfach und präzise diese Wagen seit Ewigkeiten hergestellt werden; und dass tatsächlich alle Maschinen (die teilweise aus Deutschland kommen) per Wasserkraft betrieben werden.
Heute werden diese kaum mehr benutzt da Ochsenkarren im Land meist von Autos abgelöst wurden und das farbenfrohe Design wird vor allem auf die verschiedensten Souvenirs aufgemalt – von Tablets zu Mini-Karren, Schlüsselanhänger etc.. Ob man die Minikarren nun kitschig findet oder nicht, es hilft ein kleines Stück Geschichte am Leben zu erhalten.
Übernachtet haben wir in der Villa eines ehemaligen Kaffeebarons inmitten einer parkähnlichen Oase der Vorstadt Heredia. Die per WhatsApp bestellte Pizza (wir waren wirklich sehr platt) war deutlich größer als es auf dem Bild aussieht, und hat uns auch am nächsten Abend noch verköstigt. 🙃
Am nächsten Tag ging es weiter an die Karibikküste. Nicht jedoch ohne noch bei der Kaffeefarm, -rösterei und -shop von Britts Café vorbei zu schauen. Das „Kaffeeerlebnis“ inklusive Verköstigung und Shop war perfekt auf Touristen zugeschnitten – mit vielen extrem leckeren kleinen Sünden. 😇

Die östliche Karibikküste ist sicherlich der Teil von Costa Rica, der weniger vom Tourismus abbekommt. Es gibt keinen Flughafen, und Resorts sucht man ebenso vergeblich. Die Region ist arm und wichtigste Einnahmequelle sind hier Bananen. Im süßen Städtchen Cahuita in dem wir ein paar Tagen blieben trifft man wenige, meist europäische Touristen; was dem entspannten Charme dieser Region zuträglich ist. Die Uhren ticken hier anders, es ist eher karibisch geprägt als lateinamerikanisch, und das Seafood gibt es frisch gefangen vom Tag.
Am nächsten Tag haben wir uns vormittags zum Besuch des Cahuita Nationalpark einen Guide gebucht. Eine sehr gute Wahl, denn dessen geschultes Auge hat nicht nur viele Faultiere, Affen und andere Tiere erspäht, sondern auch eine (giftige) Schlange die regungslose ihre Beute auf einem Blatt verdaute.







Cahuita ist nicht nur ein Nationalpark im tropischen Dschungel, sondern ein wunderschöner Strand mit davorliegendem Riff gehören ebenfalls dazu. Das Schnorcheln am Korallenriff vor der Küste des Cahuita Nationalparks war etwas enttäuschend nach Belize, weil durch Klimaerwärmung, Stürme und Erdbeben leider nur noch sehr wenige Korallen übrig waren, wir sahen aber trotzdem einige interessante Fische und es war eine schöne Ergänzung zur Fauna über Wasser. Die kurze Wanderung von unserem Schnorchelspot entlang des langen Strandes zurück zum Dorf war ebenfalls ein Highlight – wenn auch in etwas seltsamen Outfit aus Wanderschuhen und Bademode.😁







Zum Abschluss des Tages haben wir eine Nachtwanderung mit dem Titel Tarantulas‘ Way mit einem Guide unternommen, der ursprünglich aus Österreich stammt. Wir haben noch selten Jemand getroffen, der so viel Wissen zu einem Thema hat, und der uns auch unablässig daran teilhaben ließ 😄🙊. Eine kleine Kostprobe gefällig was wir gelernt haben?
- Vor Giftspinnen muss man sich weniger fürchten – kaum Eine ist giftig genug um einen gesunden Erwachsenen zu töten; zu dem flüchten die meisten Spinnen sofort bei Erschütterung. Vogelspinnen sind z.B. sehr häuslich und flüchten immer ins gleiche Loch, was es für den Guide natürlich einfacher macht 😉.
- Bei Schlangen gibt es jedoch Spezies die sich nicht verkriechen, sondern schlimmstenfalls liegen bleiben. Wenn man aus Versehen auf sie drauf tritt, oder sie sich anderweitig bedrängt fühlen beißen sie zu und haben auch ein stärkeres Gift. Die Lanzenotterarten sind dafür sehr berüchtigt.
- Aufgrund der vielen Giftschlangen ist Costa Rica auf Platz 2 der weltweiten produzierenden Ländern von Antigiften. Platz 1 ist (wenig überraschend) Australien.
- Alle Skorpione auf der Welt fluoreszieren – ob klein, groß, Afrika, Amerika oder Asien – mit einem Schwarzlicht kann man diese perfekt entdecken (Schlangenskelette übrigens auch, wie man auf den Fotos sieht).
- Wer braucht schon teure Röntgengeräte – eine Taschenlampe reicht; zumindest für Schlangen 🤣🐍 (siehe Video unten – Ton an!)
Diese Nachtwanderung war, genau wie in Monteverde, ein ganz besonderes Erlebnis mit Fröschen (u.a. dem Nationafrosch Costa Ricas), Fledermäusen, Spinnen und Schlangen, und hautnah erleben durften wir manche der Tiere auch. Unser Guide hat sich unglaublich Mühe gegeben und es war für uns ein weiteres Highlight, denn wir durften sooo viel lernen, dass wir so etwas jederzeit wieder machen würden…. und hier nun die Bilder zu unseren „Erkenntnissen“.










Wir haben die Karibik aufgrund eines sich langsam nähernden Tropensturms nach 3 Tagen wieder verlassen (retrospektiv, unnötigerweise), die Zeit dort und die vielen Tiersichtigungen aber sehr genossen. Den Weg nach Cahuita einzuschlagen ist definitiv eine Empfehlung für alle, die eine Costa Rica Reise planen, wir waren begeistert! 😍
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