Nicaraguas Zentrum – Glühende Lava und vieles mehr in/um Granada

Nach dem genialen Vulkanboarding in León ging es weiter in die ehemaligen Kolonialstadt Granada. Durch die ähnliche Historie wie der bisherige Zentralamerika-Star Antigua, hatten wir relativ hohe Erwartungen, vor allem da in den Reiseführern stand dass Granada deutlich schöner als León ist. Da Nicaragua das ärmste zentralamerikanische Land ist, haben wir uns für 4 Nächte ein Hotel gegönnt (Hotel con Corazon), dieses Hotel ist ein sogenanntes „Impact“-Hotel, denn es investiert alle Gewinne zu 100% in Schulbildung. Ähnlich zu Deutschland ist Schule zwar allen Nicaraguaner:innen kostenlos zugänglich, aber vielen Schulen fehlt es am Nötigsten. Und das Hotel selbst hat nicht nur ein gutes Ziel, sondern ist dazu auch noch sehr schön und das Essen war so hervorragend dass wir einige Abende im Hotel verbracht haben – alles für den guten Zweck natürlich 😉.
Spannend war auch, dass wir zum Nationalfeiertag in Nicaragua waren (15.09.), und am Tag zuvor alle Schulen und Universitäten als Kapellen durch die Straßen ziehen, ein sehr interessantes Spektakel.

In Granada ließen wir die Seele baumeln, entweder in den zahlreichen Hängematten (für die Nicaragua berühmt ist) oder in unserem Lieblings-Café in dem die Kuchen und der Kaffee nicht nur super lecker waren, sondern echte Kunstwerke.

Zugegeben, mit Antigua kann Granada nicht ganz mithalten, aber es ist entspannter als Antigua und weniger touristisch überlaufen, authentischer, und wunderschön durch die Gässchen zu flanieren – definitiv eine Reise wert! Und spätestens hier wurden wir nach dem holprigen Start in Nicaragua an der Grenze mit diesem Land richtig warm.

Von Antigua aus ist das nächste Highlight nicht weit. Der noch aktive Masaya-Vulkan wird gerne als Abendprogramm angeboten, da man dann die rote Lava am Besten sieht. Vor Einbruch der Dunkelheit ging es erst noch zu einem Aussichtspunkt weiter oben um den qualmenden Vulkan in seiner ganzen Pracht zu sehen. 🌋 Das Wetter war auf unserer Seite, sodass wir die glühende Lava im Vulkankrater sowohl bei Dämmerung als auch Nacht sehen konnten und es erst zu regnen anfing, als wir schon auf dem Rückweg waren. Absolut genial.

Die Guides und Security vor Ort achten sehr darauf, dass man nicht zu lange in den Krater schaut bzw. die aufsteigende Dämpfe einatmet (max. 12 min). Der Wind stand bei uns sehr gut, sodass wir keinen direkten Dämpfen ausgesetzt waren, aber bei der Santa Ana Vulkan Besteigung in El Salvador hat uns ein anderer Teilnehmer erzählt dass er vor 3 Jahren die Warnungen missachtet hat, und dafür mit 6 Monaten Dauerhalskratzen und -husten bestraft wurde. Menschen mit Asthma sollten sich dort oben garnicht aufhalten. Wir haben uns benommen und haben somit den Ausflug ohne Nachwirkungen genießen können (zumindest soweit wir feststellen können). 😆😉

Am nächsten Tag haben wir den Mirador/Aussichtspunkt der Apoyo-Lagune, sowie den Kunsthandwerksmarkt im Städtchen Masaya besucht, sowie ein typisches Dörfchen auf dem Weg dorthin. Catalina ist bekannt für die Blumen und Plfanzen die man hier kaufen kann.

Typisch für Nicaragua sind handgefertigte (immer?) Hängematte jedweder Aufhängungsform, Farbkombination – für 1 Person, 2 Personen, Babys, …Wir haben in Masaya nicht zugeschlagen (trotz der großen Auswahl), und das aus zwei Gründen: Zum Einen hatten wir tags zuvor in Granada schon eine Werkstatt besucht, in der die Hängematten von körperliche Beeinträchtigten oder benachteiligten Menschen hergestellt werden; nebenan betreiben gehörlose Menschen ein süßes Café – das Ganze nennt sich Tio Antonio Social Center. Falls jemand Granada besucht: Sehr empfehlenswert und zudem auch noch sehr schöne Hängematten (man kann diese übrigens auch online bestellen)! Wir empfanden die Qualität in Masaya auch als deutlich schlechter als die in Granada in der Werkstatt (die Preise waren auch rund 2/3 niedriger in Masaya, was es evtl. etwas erklärt). Also haben wir beschlossen uns in Granada eine Sitzhängematte aus unseren Wunschfarben herstellen zu lassen.

Für uns eine Win-Win-Win Situation, weil wir somit eine schöne und hochwertige Sitzhängematte haben die (hoffentlich!) perfekt in die Wohnung passt; trotz des etwas höheren Preises ist sie im Vergleich zu vergleichbaren Produkten aus Avocado-Store o.Ä. immer noch relativ günstig ist; und wir haben mit dem guten Gewissen eingekauft zumindest einen kleinen sozialen Beitrag geleistet haben.

Am nächsten Tag stand mal wieder etwas „Sport mit Aussicht“ auf dem Programm. Wir sind 3h mit dem Kanu auf dem Nicaragua-See (= 16x Bodensee) gepaddelt. Naja… gepaddelt ist primär meine bessere Hälte; ich musste natürlich schöne Fotos machen, und konnte deswegen nicht… (heimlich genoss ich natürlich das „sanfte, meditative und entspannte Dahingleiten über den idyllischen See und löste ab und zu aus“ 😅) .


Zurück zum Thema: Wir haben natürlich nicht alle Inselchen angeschaut, sondern nur einen Teil der Las Isletas, da die Inselgruppe aus 365 sehr kleinen Inseln (eine Insel für jeden Tag) besteht, die bei einem Ausbruch des Mombacho entstanden sind. Ein bisschen vergleichbar mit den 1000 Islands zwischen Kanada und USA, aber deutlich günstiger, bunter, und sogar mit einer Insel auf der Spinnenaffen leben. Die finden zwar auf der Insel eigentlich nichts zu fressen, leben aber von den Fütterungen der Nicaraguaner und Touristen offensichtlich sehr gut, und bieten dem Restaurant auf der Nachbarinsel ein stabiles Einkommen und uns ein schönes Motiv.🐒


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