Der Start in/nach Nicaragua gestaltete sich etwas holprig. Nachdem wir bereits kurz nach 7 Uhr morgens an der Grenze standen, gestaltete sich die Ausreise aus El Salvador erwartungsgemäß schnell und unkompliziert. Auf der anderen, honduranischen Seite des Grenzflusses hatten wir Sorge den TIP (temporäre Importerlaubnis) für unseren T5 zu bekommen. Hintergründe dazu im Copan Ruinas Beitrag. Tatsächlich gestaltete sich das dankenswerterweise problemlos – wenn auch 48€ für gerade mal zwei Stunden Transit durch Honduras schon happig sind. Für uns war es aber ohnehin wichtiger dass es überhaupt geht, und die Schnelligkeit war sozusagen das Sahnehäubchen. Ein weiteres kleines Extra, wenn auch irgendwie seltsam, war, dass die Geldwechsler an der Grenze einen gefühlt viel zu guten Kurs geben. Ein Umstand, der sich positiverweise bislang an jeder Grenze ähnlich dargestellt hat. 🤔 Zum eigentlichen Transit durch Honduras (150 km auf der Panamericana) ist nur so viel zu sagen: Die Straßen waren absolut okay, und auch von den online oft zu findenden Hondurianer:innen, die auf der Panamericana rasen wie die Wilden um nicht überfallen zu werden, war nichts zu sehen. Sprich deutlich entspannter als erwartet und bei den Polizeikontrollen sind wir wie immer einfach durchgewunken worden. Die Ausreise aus Honduras in Richtung Nicaragua ging ebenfalls super schnell; nur dass man bei Ausreise aus Honduras eine Fieberbermessung über sich ergehen lassen muss bevor man den Ausreisestempel bekommt, war irgendwie seltsam. Wir erklären uns das damit, dass die Nicaraguaner:innen ein paar Meter weiter ebenfalls diese Checks machen, und man keine Leute möchte die bereits aus einem Land ausgereist sind, aber in das nächste Land nicht rein dürfen. Ob das stimmt… keine Ahnung. Egal, 3 von 4 Grenzen an diesem Tag geschafft.
In Nicaragua wurden als Allererstes die Reifen desinfiziert (4,50€). Anschließend muss man die ‚medizinische Einrichtung‘ finden (kleine Baracke, direkt neben der Reifendesinfektion – hatten wir initial nicht gesehen). Dort bekommt man bestätigt dass man geimpft oder PCR-getestet ist. Interessanterweise haben wir dieses Bescheinigung bekommen ohne dass sich die Dame unsere Impfbescheinigung überhaupt angeschaut hätte; und auch eine Fiebermessung war offensichtlich nicht notwendig. 🤐 Uns war es egal, denn bis dahin war noch alles gut. Bei der eigentlichen Einreise (also in dem Fall, einer massiv schlecht gelaunten Grenzbeamtin) wurde uns dann gesagt wir könnten nicht einreisen, weil wir keine Online-Voranmeldung gemacht hätten. Nachdem Ich aber mit Vehemenz und Zitaten der Botschaftsseiten darauf bestanden hat dass das für geimpfte Personen nicht notwendig sei, wurden unsere Pässe eingesammelt und um Geduld unsererseits gebeten. Als 10 min später ein Grenzbeamter zu uns kam um die ersten Zollvorbereitungen für den T5 zu starten, haben wir das als gutes Zeichen interpretiert.
Tatsächlich ging es für den T5 zum Röntgen.
Ich konnte leider nur den Scan schnell fotografieren (natürlich alles höchst verboten, erwischt hat uns glücklicherweise niemand). Leider haben wir das Röntgenbild, im Gegensatz zu dem vom A3 in Uruguay aus Sabbatical 1, nicht bekommen.

In der Zwischenzeit und danach konnte man sehen wie die Grenzbeamt:innen sehr lange und intensiv mit unseren Pässen am Computer zugange waren. Das kann man jetzt so interpretieren dass das Beamtenteam jetzt diese Anmeldung/Registrierung ausgefüllt hat, und das sehr lange dauert; oder aber, dass (wie man in Onlinerecherchen oft liest) man sehr intensiv gecheckt hat wer wir sind, und ob wir eventuell in Sozialen Medien „Unpassendes“ gepostet haben. Tatsächlich scheint es relativ häufig vorzukommen, dass Journalist:innen die Einreise verweigert wird. Ob das bzw. was stimmt, können wir natürlich nicht sagen; wir waren nur froh dass es (wenn auch sehr langsam) vorwärts ging. Und ‚langsam‘ ist gar kein Ausdruck: Jeder der insgesamt 7 Grenzmitarbeitenden hatte unsere Ausweise mindestens 5 mal in der Hand, um jedes Mal minutenlang iiirgendetwas damit zu tun. 😵💫 Jetzt noch schnell die verpflichtende 12€ Kfz-Versicherung für einen Monat abgeschlossen (nicht dass das beim Ausstellen des TIPs irgend Jemand interessiert hätte 🧐), und „nach nur“ 3,5h waren wir endlich offiziell und legal in Nicaragua. Ich frage mich immer was passiert wenn einen die Polizei anhält, und man keine Versicherung hat, weil man sich nicht durch massenweise Foren durchgearbeitet hat um herauszufinden, dass eine Versicherung Pflicht ist. Das deutsche Auswärtige Amt schweigt sich zu dem Thema nämlich leider auch aus, aber auf iOverlander ist dieses Versäumnis den ein oder anderen aber schon teuer zu stehen gekommen. Von einer freundlichen Entschuldigung bis zu 1.000€ Strafe scheint die Bandbreite ziemlich hoch zu sein.
Unsere erste Station war Esteli. Esteli ist das Zentrum des nördlichen Nicaraguas und dem umliegenden Hochland und ist bekannt für Kaffee und Zigarren. Da der Platzhirsch (Drew Estate Tobacco) leider nur mehrtägige Luxustouren für gut-betuchte (meist amerikanische) Kunden anbietet und wir am Tor direkt abgeblitzt sind, haben wir bei kurz bei Rojas Cigar mehr auf Verdacht gehalten und spontan nach einer Tour gefragt. Obwohl diese Manufaktur überhaupt nicht auf Besichtigungen vorbereitet ist, so haben wir doch gegen ein paar Dollar in die Kaffeekasse eine halbstündige, spannende Tour durch die Fabrik bekommen. Echt genial. 😍











Von Esteli ging es weiter nach León, der nicaraguanischen Studentenstadt. Diese wird in Reiseführern unter anderem für ihre Kolonialarchitektur angepriesen, blieb aber hinter unseren Erwartungen zurück (vielleicht auch deswegen, weil der Vergleich mit Antigua sehr schwer zu gewinnen ist). Trotzdem war es eine sehr ursprüngliche und wenig touristische Stadt – Souvenirläden findet man hier fast nirgendwo und auf der Straße gibt es traditionelles Essen in Bananenblättern frisch vom Grill und in der Stadt findet man an jeder Ecke koloniale Gebäude die mehr (oder weniger) gut erhalten sind.
Nach einem kurzen Stadtbummel und Besichtigung der Kathedrale etc. haben wir beschlossen auf die Besteigung des Telica-Vulkans zu verzichten; was wir ursprünglich machen wollten, da wir hofften Lava zu sehen. Allerdings erfuhren wir, dass die Chancen dafür sehr schlecht stehen. Daher entschieden wir uns stattdessen die weltweit einzige Möglichkeit zu nutzen auf Vulkan-Boarding, auf dem noch aktiven Vulkan Cerro Negro (Allerdings ist Vulkan Boarding ein irreführender Begriff, auch wenn es überall so genannt wird wäre Vulkan-Rodeln wohl treffender).
Nachdem es nachts und morgens die ganze Zeit geschüttet hatte wie aus Eimern, wurde das Wetter bei der Besteigung glücklicherweise immer besser. Der Weg hinauf ging flott und war sehr entspannt mit tollen Ausblicken. Cerro Negro ist schon länger nicht mehr ausgebrochen, aber wenn man oben am Kraterrand die ersten 1-2cm Vulkansand wegwischt, ist der Boden so heiß ist, dass man die flache Hand nicht mehr auflegen kann. Wenn man 4-5cm weiter gräbt, dann ist der Boden so heiß dass man darin Eier kochen kann oder Marshmallows schmelzen. Aus einigen Schlitzen/Spalten dringt heißer Qualm und wir hatten vor, von dort oben mit Schlitten herunterzu“rodeln“…









Auch wenn wir die perfekte Schutzausrüstung bekommen haben… wenn man oben steht und sieht wie verdammt steil (45°) und lang (700m Höhenunterschied => 1.000m Gesamtstrecke) das ist, wird einem schon etwas mulmig zumute. Doch Kneifen gilt nicht, daher noch ein Foto zum „Abschied“ und dann, Augen zu und durch, bzw. runter!
Es hat extrem Spaß gemacht, obwohl einem Vulkangestein buchstäblich um die Ohren fliegt und hinterher sogar in den Schuhen Vulkanasche ist. 😎 Hier noch ein Wort zum Abschluss. 😉
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