Von den Inseln vor Belize City ging es in den Süden. Auf dem Weg zu dem Küstenstädtchen Hopkins haben wir eine Kakao-Plantage der Maya besucht, und selbst Schokolade zubereitet. Früher tranken die Maya Schokolade vor allem zu Festen und religiösen Zeremonien und in Belize (und auch den Nachbarländern) ist Mayaschokolade eines der Highlights schlechthin; der Besuch war sehr spannend. Wusstet ihr z.B., dass wenn man die Kakaofrucht frisch vom Baum holt und öffnet, dass die Kakaobohnen (solange man sie nicht aufbeißt, sondern lutscht) nach Mango und/oder Papaya schmecken? Frisch geröstete Kakaobohnen schmecken nach einer Mischung aus Nüssen und Bitterschokolade. Und erst jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen (biologischer/pestizidfreier Umgang mit den Kakaobäumen mal vorausgesetzt): während hochwertige Schokolade aus kleingeriebenen Kakaobohnen besteht, der lediglich ein wenig Rohzucker zugesetzt wird, wird bei Billigschokolade wirklich alles getan um das Gute zu vernichten: Das hochwertige, in den Kakaobohnen enthaltene Öl (bekannt als Kakaobutter) wird entfernt, teuer weiterverkauft, und durch billiges Palmöl ersetzt. Anschließend werden massenweise Zucker, Industriefett und Milch hinzugefügt. Nicht dass Billigschokolade nicht auch lecker sein kann (das haben die Konzerne a lá Nestlé etc. schon drauf, das man muss man ihnen lassen), aber das Erleben des ‚echten‘ Geschmacks und der Einfachheit und Reinheit der Zutaten war etwas ganz besonders (wir haben Schokolade mit nur 3 Zutaten gemacht) und gab uns den Anreiz, zukünftig noch stärker auf die Qualität unserer Schokolade zu achten (und d.h. dass wir uns natürlich vor Ort direkt mit Schoki für die nächsten Tage eingedeckt haben 😆).
Mini-Hinweis (nach Kurzrecherche, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt): Auf der Plantage bei der wir waren werden pro 100g Schokolade (85%) 28 Kakaobohnen benutzt; bei ebl/denns gibt es maximal 12 Kakaobohnen; bei Aldis Bitterschokolade 0,3 Kakaobohnen und bei einem Snickers finden sich gerade mal 0,0002 Kakaobohnen pro 100g.
Danach ging es nach Hopkins. Der Ort gilt als Inbegriff für Garifuna-Kultur (Vereinigung ehemaliger Sklaven aus Westafrika und indigenen Kariben) in Belize und ist auch sonst sehr schön gelegen mit feinsandigen Strandabschnitten und entspannter Lebensart.
Beim Abendessen konnten wir einer Gruppe und deren berühmten Trommeln zuschauen und zuhören. Der Ryhtmus packt einen. 🥁
Eine kleine Seitennotiz, und gleichzeitig wieder sehr passend für Belize’s Entspanntheit: In Hopkins gibt es zwei Straßen, die parallel zum Strand/Meer und parallel zueinander laufen. Die eine Straße ist asphaltiert und läuft von Nord nach Süd; die Parallelstraße ist nicht asphaltiert und läuft von Süd nach Nord. Die asphaltierte Straße ist relativ breit und aufgeteilt in einen Fahrstreifen für Autos und einen Fußgängerstreifen; was soweit auch Sinn macht. Die Belizianer:innen (inkl der lokalen Polizei) sehen das aber nicht so eng, und benutzen den Gehweg eben als Gegenfahrbahn (Wer will schon durch den Dreck der nicht-asphaltierten Straße fahren?). Das eigentlich Witzige daran ist jedoch, dass die Offiziellen die ursprüngliche Idee der beiden Einbahnstraßen auch schon komplett aufgegeben haben. Woran man das merkt? Ganz einfach, die Straßenschilder (v.a. die der künstlichen Bodenwellen) gibt es in beiden Richtungen – also auch entgegen der Einbahnstraße. Herrlich! 😇
Am nächsten Tag haben wir das erste Jaguar Reservat, Cockscomb Basin Forest Reserve besucht und dort eine Wanderung zu Wasserfällen, einem Dschungel-Aussichtspunkt und einem abgestürzten Kleinflugzeug unternommen. Leider wurden wir von innen (aufgrund von Luftfeuchtigkeit und Anstrengung) und von außen (wegen Regenschauern) nass. Der Weg durch den dichten Dschungel war trotzdem sehr schön.














Auf dem Weg in den Westen, in Richtung San Ignacio, entlang des Hummingbird Highways, haben wir einen weiteren Nationalpark besucht mit ‚The Inner Blue Hole‘ und den ‚Hermann’s Cave‘. Trotz Regen waren beide Stopps schöne Unterbrechungen der Fahrt – v.a. in der Höhle war es spannend wie stockdunkel diese ist, und nur das Licht unserer Taschenlampen etwas erleuchtet hat. Die Höhle war zwar nicht ganz so eindrucksvoll wie die Carlsbad Caverns in New Mexiko, aber trotzdem schön. 😀
Für den letzten vollen Tag in Belize haben wir uns eine geführte Tour durch die Mayastätte Caracol, den Besuch von Rio Frio Cave, den Rio On Pools und den Big Rock Waterfalls gebucht. Anfangs, auf noch geteerten Straßen, haben wir es fast etwas bereut den stolzen Preis für eine geführte Tour inklusive Fahrt gezahlt zu haben. Als es dann aber immer tiefer in den Dschungel ging, und die Straße aufgrund der Regenzeit immer matschiger wurde, waren wir sehr dankbar, dass wir das Ganze weder unserem treuen T5 noch unserem Nervenkostüm angetan haben. 😉 Caracol liegt 2,5h von San Ignacio entfernt und mitten im Dschungel. Das und die geschichtliche Bedeutung machen diese Mayastätte besonders, und die Strapazen der Anfahrt sorgen dafür, dass man dort faktisch immer alleine ist. Selbst in der Hochsaison (Trockenzeit Dezember-April) sind hier täglich nicht mehr als 4 Autos zu finden. Bei unserem Besuch regnete es, aber trotz bzw. genau wegen des Regens war der Besuch dort magisch, und das lag auch an den Vögeln die aufgrund des Regens alle herauskamen. Tukane (Nationalvögel von Belize) postierten sich wunderschön in einem Baum – vom höchsten Tempel Caracols aus konnten wir sie beobachten, wie sie vor dem ‚dampfenden Dschungel‘ saßen, während lautstark grüne Papageien durch die Lüfte segelten – ein Traum. 🤩















Nach diesem Highlight ging es noch zu den anderen Stopps; zuerst zur Rio Frio Cave, anschließend zu den Rio on Pools und zum Abschluss zum Wasserfall.
Nach diesem genialen Tag ist es Zeit für ein Wrap-up. Wir sind uns bei Belize komplett einig und können für dieses Land nicht genug Werbung machen. Es hat einfach alles, und das auf kleinem Raum. Belize hat uns in seinen Bann gezogen, fasziniert, entspannt, mit offenen Armen empfangen. Einziger Wermutstropfen sind vielleicht die Preise (trotz Entwicklungsland ist es nicht ganz günstig hier unterwegs zu sein, da einfach alles importiert werden muss), aber dafür ist man zu Gast bei Freund:innen, und erlebt die Faszination der Natur Zentralamerikas in wenigen Wochen. Für uns ist dieses Land definitiv schon ein Highlight der gesamten Region. Also alle auf in dieses kleine Paradies – you better belize it!
Highlights in Belize

vor Caye Caulker

von/in Caracol

offen, unaufgeregt entspannt und einfach zum Wohlfühlen
Unser Routenverlauf

Wir sind 601km in 10 Tagen gefahren – gemacht haben wir die Strecke fast wie ursprünglich geplant, mit der Änderung, dass wir nicht ganz in den Süden gefahren sind, und über Chetumal eingereist sind. Ursprünglich waren 800km in 10 Tagen geplant.
Insgesamt haben wir in Belize 970km zurückgelegt; davon 600km mit unserem treuen Bus, 185km nach Caracol, sowie die beiden Bootstrips zu Lamanai und Caye Caulker.
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