USA Westen – Start in Seattle

Nachdem wir die letzten Tage auf Vancouver Island genossen hatten, und uns auch etwas entspannt, ging es am 24. Juli in die „lower 48s“, wie diese Bundesstaaten der USA von den Leuten in Alaska genannt werden (Das ist m.u. auch etwas despektierlich gemeint). Jedoch nicht ohne den letzten Tim Hortons in Kanada, sowie eine Dusche in einem sogenannten „Recreation Center“ (hier gibt es Schwimmbad, Fitnessstudio etc. für Anwohner und auch gegen Aufpreis für alle Anderen) genossen zu haben. Richtung USA war es dann auch schnell zu Ende mit kanadischer Entspanntheit. Wir haben fast 3h an der Grenze angestanden und in einer schier endlosen Schlange warten müssen, ohne das Auto verlassen zu dürfen, und es waren noch alle WCs geschlossen – sagen wir es so, wir waren sehr froh endlich von der Grenze wegzukommen.

Genug der Vorrede und Erklärung, auf geht’s nach Seattle, unserem ersten Stop im Westen der USA. Bei der Einfahrt nach Seattle wurde schon klar, warum diese Stadt einen guten Ruf genießt: Alles ist aufgrund vieler Parks sehr grün, und durch die Küstenlage kommt weitere Lebensqualität hinzu. Geparkt haben wir mitten in der Innenstadt beim Seattle Center an der Straße, und das aufgrund des Sonntags sogar kostenlos. 👍 Der erste Stopp war Chihuly Garden and Glass, ein Kunstmuseum und -garten mit riesigen farbenfrohen Glaskunstwerken von Dale Chihuly. Die Bilder unterstreichen das, aber bitte lasst mich das nochmal ganz explizit sagen: Wenn Jemand in Seattle ist, besucht dieses Museum. Es ist wunderschön und (trotz des stolzen Eintrittspreises) jeden Cent wert.

Als echte Touris ging es von da an natürlich zum Pike Place Market an der Seattle Waterfront. Angefangen mit Fisch und Meeresfrüchten ist das ein mehrstöckiger Tagesmarkt, an dem sich heute auch sehr viele Souvenir- und andere Ständen finden.

Und für welches weitere Unternehmen außer Amazon ist Seattle ebenfalls Geburtsstadt? – Richtig, für Starbucks. Und den „Ur-Starbucks“ gibt es am Pike Place Market, mit Originaldesign und Schriftzug.
Verrückterweise wird in dieser Filiale inzwischen gar kein Kaffee oder Kuchen mehr verkauft, sondern nur noch Starbucks Merchandising. Und dafür steht man (nicht wir!) dann mehr als 1 Stunde an. 👀

P.S. Wir haben uns in Seattle natürlich auch einen Starbucks Kaffee gegönnt, aber in einer Filiale 5 Blocks weiter.

Am Spätnachmittag ging es für uns noch zum Kerry Park, um das berühmte Seattle-Foto zu machen, mit Hafen, Space-Needle und Berg im Hintergrund.

Abends ging es dann ostwärts raus aus Seattle Richtung Yellowstone Nationalpark. Auf der Fahrt dorthin haben wir zwei Mal frei übernachtet, und wollten einen Teil unseres T5 Sicherungssystem testen. Und zwar den Ampire Loc 200 aus unserem letzten Sabbatical (wir haben diesen aus dem A3 in den T5 einbauen lassen), der uns per SMS darüber informiert, dass (wenn das System scharf geschaltet ist; z.B. beim mehrstündigen unsicheren Abstellen) der T5 bewegt wird, und auch ein Relais hat, mit dem man das Auto „fernabschalten“ kann, falls es bewegt wird. Der Unterschied zum A3 ist, dieser ist nun an die Motorsteuerung und nicht mehr an die Benzinpumpe angeschlossen. Der Test hat auch hervorragend funktioniert. Problem war nur, dass das System auf die Abschalt-SMS über zwei Stunden nicht mehr reagiert hat. Dadurch dass das Sicherungssystem mit der Motorsteuerung kommuniziert (und der Einbau wohl nicht besonders gut gemacht war), traten dort nun intern Fehlermeldungen auf, die dazu geführt haben dass die Cockpit-Anzeige uns über Fehler in der ESP-Steuerung informiert hat, und auch kurz ein kompletter Ausfall des Motors stattfand.

Jetzt sind solche ESP-Fehler aber auch ein typisches Syndrom wenn man mit verdrecktem Diesel fährt. Ihr erinnert euch an die zu geringen Cetan-Werte und teilweise schlechte Qualität des nordamerikanischen Diesels?
Sprich, wir wurden leicht nervös, ob es uns nun doch „erwischt“ hat. Da hilft nur entspannte abendliche Analyse mit Bierchen und per OBD2 Schnittstelle. 🙃

Die Fehlermeldungen sind leider nicht so eindeutig wie „Dein Sprit ist zu schlecht.“ oder „Dein Sicherungssystem hört nicht auf immer die gleichen Daten abzufragen.“, aber nachdem das System endlich auf die Abschalt-SMS reagiert hat und die nächsten Kilometer keine Fehler mehr auftraten, war klar, dass es das Sicherungssystem sein muss, und uns fiel ein großer Stein vom Herzen 😌, und wir haben außerdem gelernt, die Abschaltautomatik wirklich nur im absoluten Notfall einzusetzen.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.