Alaska’s Kuriositäten – Öl, Kaffeehäuser und Santa Clause

Vom Mount Denali Aussichtspunkt ging es Richtung Nationalpark. Doch je näher wir dem Denali Nationalpark kamen – desto dichter wurde der (wir hielten es zu Anfang für Nebel) Rauch. Er hüllte alles jenseits des Denali in undurchdringlichen, nach Brand riechenden Einheitsbrei. Wir hofften für unseren Besuch im Denali NP und im Shuttlebus auf etwas Wind – doch wir wurden enttäuscht.

Das Glück war uns sowieso nicht hold – denn der Großteil des Parkes ist bis ca. 2025 gesperrt, da durch einen Washout ein Stück der Straße (ca. 1 Meile) weggeschwemmt wurde, und wir daher mit dem Shuttlebus nur bis Meile 46 fahren konnten. Im Denali, der eigentlich auf Wildtiersichtungen ausgelegt ist, darf man nämlich den Großteil nicht selbst befahren, sondern muss sich in einen Shuttlebus setzen. Der Fahrer der lustige Geschichten erzählte, war unser einziges Highlight, denn durch Rauch und Brandgefahr hatten sich alle Tiere so weit von den Bränden wegbewegt wie nur möglich. Nach dem wir enttäuscht zurückkamen recherchierten wir etwas: Alaska brennt – bis dato brannten schon 1 Millionen Hektar Land, und die Saison hatte gerade erst gestartet. Wir hielten uns nicht mehr lange in der Gegend auf, sondern fuhren nach Fairbanks. Als wir am Supermarktparkplatz hielten (voher hatten wir noch in einem Waschsalon geduscht), regnete es doch tatsächlich Asche. Wir wollten uns in der Region nicht länger aufhalten als nötig; es wurde langsam richtig unangenehm wie die Luft in den Lungen brannte. Wir machten noch eine Stippvisite bei der bekannten „Trans-Alaska Pipeline unter der Mitternachtssonne (ja, diese Bilder sind Abends um 10), und dann ging es Richtung Osten, Richtung Kanada zurück.

Aber vorher mussten wir jemandem sehr Wichtigem einen Besuch abstatten: dem Weihnachtsmann am „Nordpol/North Pole“!

Genau genommen wurde der Ort einfach so genannt um Tourismus anzuziehen (hat funktioniert! 🙈) und hier steht nun das Santa Clause House, ein gigantischer Shop – mit einem Weihnachtsmann, der Botschaften aufnimmt. Trotz der Kommerzialisierung ein sehr lustiger Zwischenstopp, vor allem weil es geschmückte Bäume in allen möglichen Variationen gab (auch wenn der Geschmack was sich Amerikaner:innen an ihren Baum hängen von meinem doch manchmal gewaltig abweicht, denn eigentlich ist Weihnachten doch das Fest der Liebe und irgendwie auch Frieden?!)

Auf unserem Weg Richtung Grenze stoppten wir noch an einem Coffeehouse – diese kleinen Hüten stehen hier überall, und servieren grandiosen schmackhaften Kaffee und Snacks – Alaska ist dafür bekannt der „koffeingeladenste“ US-Bundesstaat zu sein.

Auch eine Eigenart des „hohen Nordens“ Alaskas und Canadas ist, alte Autos einfach an Ort und Stelle stehen zu lassen. Diese verrotten fröhlich an allen Ecken und Enden des Landes, in Vorgärten, in Waldstücken, in Städten – eine seltsame Eigenart, aber wenn man so viel Platz hat, wen stören da schon ein paar alte Autos. 😉

Der Rauch und die Asche folgten uns – und wir entschieden daher Alaska so schnell wie möglich zu verlassen. Allerdings natürlich nicht, bevor wir die obligatorischen Touri-Fotos vor dem Ende des Alaska Highways gemacht haben.

Über den Grenzübergang in Little Gold wollten wir zurück nach Kanada, da auf kanadischer Seite der sogenannte „Top-of-the-World“ Highway (wieder eine besonders schöne Strecke) bis nach Dawson City führte. Dieser Grenzübergang liegt auf einer Schotterstraße und ist nur in den Sommermonaten geöffnet war seit 2 Jahren wegen der Pandemie gar nicht mehr offen.

Und so kam es, wie es kommen musste: Überall stand dieser Grenzübergang hätte bis 20 Uhr geöffnet – doch als wir kurz vor 18 Uhr dort ankamen, war er schon zu. Dies bescherte uns eine Nacht vor der Grenze und dem durchaus ironischen Schild – auf dem steht, dass der Grenzübergang bis 20 Uhr geöffnet ist. Frei nach dem Motto „We’re open when we’re open. Unless we are closed. We are not open when we are closed.“ 😆

Aber das ist ein guter Zeitpunkt für eine kleine Zusammenfassung von Alaska.
Lowlight für uns waren vor allem die Waldbrände (bzw. v.a. der Rauch), der uns den kompletten Denali NP ziemlich versaut hat, muss man leider so sagen. Wir hatten uns sehr darauf gefreut und gesehen haben wir leider Nichts. Aufgrund des Rauchs haben wir dann Alaska auch ziemlich schnell wieder verlassen, weil nicht nur der Rauch nervig ist, sondern Moskitos absolut irre werden wenn es brennt. Der Wechselkurs war auch nicht gerade auf unserer Seite, und die kanadische Herzlichkeit der Menschen fehlte uns. Alaska war doch streckenweise für amerikanische Verhältnisse überraschend unfreundlich (oder waren wir nur inzwischen von Kanada so verwöhnt 🤔). Jedenfalls freuten wir uns wieder riesig auf Kanada. Doch trotz der Lowlights muss man sagen, dass uns Alaska auch eines der größten Highlights beschert hat – die Bootstour aus Valdez. Daher stammen unsere Highlights daher.

Highlights in Alaska

Spielende Orcas
Meares Gletscher
Seeotter

Unser Routenverlauf

Wir sind die „klassische“ Alaska Route gefahren – wenn man mal von Juneau absieht, welches eher seltener auf dem Programm steht, da so weit ab vom Schuss. Wir sind 2.931 km selbst gefahren (Fährstrecken nicht mitgerechnet), haben insgesamt 9 Tage gebraucht und haben fast eine Punktlandung zu unserer Planung gemacht die bei 10 Tagen und 2.956 km lag.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.