Von Valdez aus fuhren wir zunächst nach Anchorage. Wir freuten uns auf die Stadt, versprach sie doch etwas Infrastruktur nach der langen Fahrt auf dem Alaska Highway und den vielen nur kleinen „Versorgungszentren“ am Weg. Allerdings war sie für uns nicht mehr als ein Versorgungszentrum in „groß“. Wir wuschen Wäsche, kauften ein – aber die Stadt selbst entbehrte jeglichen Charmes. Und bei den ersten Lebensmitteleinkäufen verging uns auch etwas die Laune – war doch hier alles nochmal 20% teurer als in Kanada, und der Wechselkurs des USD für uns noch schlechter. Freude kam wenig auf, daher entschieden wir uns direkt nach wenigen Stunden Richtung Kenai Peninsula zu fahren. Die Anfahrt nach Kenai ist bekannt für den zweithöchsten Tidenhub der Welt (ihr erinnert euch natürlich an Atlantic Canada, dort war der Höchste 😉). Kenai war landschaftlich sehr schön.






Leider war die einzige Sichtung ein Schwarzbär, der fast von einem Pick-up niedergemäht wurde und es nur um Haaresbreite geschafft hat. Wahnsinn wie selbst diese Bären klein wirken im Angesicht eines Pick-Up Kühlergrills (bin ich froh, dass es diese Autos nicht viel in Europa gibt!). Kenai ist auch bekannt für den Exit Glacier an den man direkt hinlaufen kann. Was soll ich sagen? Der Gletscher macht seinem Namen alle Ehre und „exitet“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der Rückgang ist hier noch drastischer zu sehen als zuvor bei Juneau/Kennecott Glacier, denn es wurden Schilder aufgestellt, die zeigen wo der Gletscher in welchem Jahr stand. Heute sieht man ihn nur noch von der Ferne – vor 10 Jahren stand man direkt am Rand (da ich einen älteren gebrauchten Reiseführer bei Ebay Kleinanzeigen gekauft hatte, mit einem 10 Jahre alten Foto, hatte ich einen direkten „optischen“ Vergleich). Das war ein unglaublich bitterer Anblick und ich hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen ob unserer Reise. Ich weiß, eigentlich sollte man das Fernreisen ganz sein lassen. Doch ich kann auch nicht aus meiner Haut, und (neben der Tatsache, dass mich Reisen so glücklich macht) macht es mich irgendwie auch zu einem achtsameren, umweltschonenderen Menschen, weil es mir zeigt was ich schützen will (rede ich mir zumindest ein…) aber doof und unangenehm ist sie schon, diese kognitive Dissonanz, vor allem im direkten Angesicht solcher Auswirkungen.




Von Kenai fuhren wir dann Richtung Denali Nationalpark – eines der Highlights Alaskas. In diesem Park gibt es fast eine Caribou-, Grizzly- und Elch-Garantie; die Tiersichtungen hier müssen fast schon legendär sein. Wir fuhren einen Umweg um die verlassene Independence Mine zu besuchen, die nicht nur extrem spannend und ein schönes Fotomotiv war, sondern uns auch eine wunderschöne Fahrt auf einer Nebenstrecke (größtenteils Schotter) einbrachte.












Und dann sahen wir ihn schließlich, den höchsten Berg der USA, Denali (früher Mt. McKinley) und dritthöchstem Berg der Welt. Und wir hatten Glück, denn an den meisten Tagen thront der Berg wolkenverhangen über dem Nationalpark, doch wir konnten einen Blick auf ihn erhaschen, und freuten uns schon sehr auf den dazugehörigen Nationalpark am nächsten Tag.


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