Über die McCarthy Road zur Gletscherwanderung

Vom Golden Circle ging es in 2 Tagesfahrten in das richtige Alaska. Man sollte wohl besser ‚flächig‘ anstatt ‚richtig‘ sagen, gemeint ist der nördliche Teil des Bundesstaates, der nicht nur ein 15 km breiter Landstreifen um die Inside-Passage ist.

Es ging also von Haines Junction, mit einem weiteren Grenzübertritt zwischen Kanada und USA nach Tok. Alles in allem eine sehr nette aber relativ unspektakuläre Fahrt, bei der es lediglich die größte Goldwaschpfanne als touristische Attraktion zu vermerken gibt. Ansonsten natürlich wieder landschaftlich sehr schön (wenn es auch nicht mit dem Golden Circle mithalten kann).

Am Abend genossen wir mal wieder einen schönen Wildcamping-Spot (der zudem fast moskitoarm war). Die Gelegenheit nutzten wir auch um unser zusätzliches Moskitonetz mit Klettband anzubringen. Da die Viecher selbst am Mückenschutz des Campingdachfensters vorbeikommen, mussten wir noch ein zusätzliches Netz innen anbringen.

Von Tok aus ging es in einer Art Stichstraße, der McCarty Road zum gleichnamigen Dorf. 250 km unbefestigte Straße mit teilweise sehr unterschiedlichem Zustand. Größtes Highlight war die Sichtung eines Elchs; keine 200m von unserem vorherigen Wildcamping-Platz, der sich dekorativ vor schneebedeckte Gipfel und Wälder postiert hat.

Gelohnt hat sich der Ausflug in den Wrangell-St.-Elias-Nationalpark auf alle Fälle:
Am Ende der McCarty Road ging es über eine Fußgängerbrücke über den Gletscherfluss am Copper River. Anschließend mit einem kostenlosen Shuttlebus in den Ort McCarthy, und dann nach Kennecott. Kennecott ist eine Geisterstadt in Alaska, und war zu seiner Blütezeit (Anfang bis Mitte 20. Jahrhundert) das Versorgungszentrum mehrerer Kupferbergwerke.

So schön hergerichtet und beeindruckend die Geisterstadt auch ist, das absolute Highlight ist der Kennecott Gletscher, ein 35 km langer Talgletscher, den man 3 km hinter Kennecott besteigen und bewandern (Gibt es dieses Wort?) kann.
Bilder sagen wie immer mehr als 1000 Worte – und dieses Mal hatten wir sogar richtig Glück mit dem Wetter. Einfach toll zu sehen welche unterschiedlichen Blau- und Weißschattierungen so ein Gletscher je nach Sonnenstand und Blickwinkel ermöglicht.

Auf dem Weg Richtung Anchorage kamen wir dann noch an einem Flusslauf vorbei, an dem Weißkopfseeadler mit Anglern um Lachse konkurrierten – ein spannender Anblick.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.