Alaska Highway in den Yukon – truly ‚larger than life‘

Von Edmonton aus ging es Richtung Alaska Highway, welcher in Dawson Creek startet. Die Fahrt bis dorthin blieb auch eher highlightlos. In Dawson Creek mit der Mile 0 startet er offiziell, der sagenumwobene (und heute nicht mehr besonders abenteuerliche weil komplett durchasphaltierte) Alaska Highway. Ein Mammutprojekt, dessen Bau durch den 2. Weltkrieg ausgelöst wurde. Vorher verweigerte Kanada die Zustimmung aus Sorge vor einer Übernahme der Region durch die Nachbarn USA. Als dann 1942 der Angriff auf Pearl Harbor stattfand, wurde der Highway gebaut, um im Notfall aus Alaska heraus in einem Krieg gegen Japan besser agieren zu können. Danach wurde es zur Straße von Prospektoren, Aussteigern, Reisenden – ein Sehnsuchtsziel in den wilden Norden. Der Asphalt wurde 1960 abgeschlossen – die Wildnis blieb, zumindest teilweise – Bären, Dallschafe, Bisons (hätten wir das gewusst, hätten wir uns den Abstecher über Edmonton wahrscheinlich geschenkt 😀), Elche, Coyoten, atemberaubende Landschaften, verlassene Trading Posts (kleine Zwischenstationen auf dem sonst streckenweise ziemlich ausgestorbenen Weg) – aber seht selbst 🙃.

In Watson Lake trifft man dann auf ein skurrilles, lustiges, cooles Highlight. Den Sign Post Forest. Inzwischen umfasst er über 80.000 Schilder aus aller Welt. Und was soll man sagen – fast jedes deutsche Kaff war schon hier. Unserer groben Schätzung der häufigsten Nationen nachdem wir den Wald (mittlerweile ist es wirklich ein Wald, und der Ort muss ständig neue Masten aufstellen!) durchlaufen haben, ist: Platz 1. Kanada, Platz 2. USA, Platz 3. Deutschland. Die Deutschen machen ihrem Ruf als Reisenation hier mal wieder alle Ehre. Und auch wenn es irgendwie kitschig ist, aber wenn man dann in Kanada unter einem Schild steht, welches Nürnberg 22km sagt, dann ist das definitiv ein begeistertes Foto wert.

Wir haben uns natürlich auch mit einem Schild verewigt – T5raumreise goes Alaska Highway!

Bevor wir die Hauptstadt des Yukon (dessen Motto „larger than life“ ist!) erreichten, machten wir noch einen äußerst schönen Abstecher zum Lake Atlin.

Leider sorgten die Moskitos dafür, dass man an den schönsten Orten der Welt war, den außergewöhnlichsten Stellplätzen, wildromantisch, und das alles aus dem Auto heraus genoß. Nichts war es mit der idylischen Vorstellung, mit einem Bier entspannt in die Mitternachtssonne zu blicken.

Bei unserer Ankunft in Whitehorse wurden wir (wieder; genau wie Tags zuvor in Watson Lake) mit einem BBQ an der Touristinfo begrüßt. Es war immernoch public service week und die Regierung des Yukon spendierte umsonst BBQ an allen Touristinfos – eigentlich als Dankeschön für die Arbeit der Freiwilligen, aber Tourist:innen waren herzlich eingeladen. Hab ich schon gesagt, dass ich Kanada liebe? Die Menschen so freundlich und hilfsbereit, interessiert, unaufdringlich, unaufgeregt. Achja, und bescheiden – wie man an dem Haus des Gouvernours vom Yukon sieht (das kleine Häuschen in der Galerie) – und überall bekommt man was geschenkt. 🤩😜


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.