Nachdem wir die letzten Tage wenige bis gar keine Menschen gesehen hatten, war bereits auf den letzten Kilometern (aus Richtung Calgary kommend) zum Banff Nationalpark und der gleichnamige Stadt klar… Es wird langsam voller. 😮

Die Stadt Banff ist vollständig und komplett auf Reisende ausgerichtet: Perfekte Infrastruktur mit massenweise Restaurants, Cafés, Campingplätze, Hotels, Souvenirshops (die mit riesen Abstand Schönsten des Landes bisher – bereue es immer noch den Pulli nicht gekauft zu haben), und allem was man sich so wünscht, oder zu brauchen glaubt – egal ob es sich um den Ausflugstourist:innen aus dem nahen Calgary handelt, oder Leute, die sich hier 2-3 Wochen aufhalten, und nahezu jeden Trail gehen.
Meine Gemütslage dazu konnte sich anfangs nicht so richtig entscheiden, ob ich das angenehm oder schrecklich finden sollte. Zwar sind bzw. waren wir nicht zur Hochsaison hier, aber das kommende Wochenende führte dazu, dass trotz gigantisch vielen und riesen großen Campingplätzen nur noch wenige (teilweise gar keine) freien Stellplätze (in schöner Lage – wenn man nicht auf dem Banff-Campingplatz mit ca. 1000 Anderen stehen will) verfügbar waren. Also haben wir gleich für die nächsten drei Nächte zwei Campingplätze gebucht.
Anschließend ging es zum ersten der Campingplätze am Johnston Canyon. Dort haben wir unseren Bus abgestellt, und haben die erste „größere“ Wanderung in Angriff genommen: Johnston Canyon, und weiter zu den Ink Pots. Sagen wir es so: Den unteren Wasserfall (nach ~700 m one-way) machen fast alle; den oberen Wasserfall (nach insgesamt 1,2 km one-way) nur noch 30%; und das eigentliche Highlight, die Ink Pots oben (nach insgesamt 6 km one-way) deutlich unter 1 Prozent. 😉





Um ganz ehrlich zu sein: Die beiden Wasserfälle und die dazu gehörige Schlucht… das gibt’s so oder so ähnlich auch in verschiedensten Klammen in den Alpen. Dafür waren die Ink Pots oben (leider wieder einmal bei wenig idealem Wetter) sehr schön und absolut lohnenwert; und man konnte sich super vorstellen wie toll das hier bei strahlendem Sonnenschein aussehen muss.
Nach der anstrengenden Wanderung hatten wir uns ein ordentliches Abendessen verdient – und zwar Mac & Cheese 2.0. Sprich, nicht mit dem typischen Analogkäse, sondern self-made mit leckerem Blauschimmelkäse. Dass der seit ein paar Tagen geruchstechnisch unsere Kühlbox dominierte und Verfallsdatums-technisch langsam weg musste, sind hier nur Randnotizen. 😉 War auf alle Fälle super lecker.
Am nächsten Tag stand eines der großen Highlights des Banff NP an: Die Zufahrt zu Lake Morraine (1884m über dem Meersspiegel) war wegen Schnee und Lawinenabgängen gesperrt – von daher hatte das Schicksal entschieden mit Lake Louise (1750m über Meeresspiegel) und der Wanderung ‚Plain of Six Glaciers‘ zu starten. Nun muss man dazu sagen dass wir erstens ohnehin in der Vorsaison unterwegs sind bzw waren, und zweitens dass uns immer wieder gesagt wurde, dass die Natur dieses Jahr ~3 Wochen später dran ist als normalerweise. Was das bedeutet haben wir am Lake Louise gesehen – der war nämlich größtenteils noch mit Eis bedeckt.


Nichts destotrotz ein toller Gletschersee, der seine Farbenpracht vor allem dann zeigt wenn die Sonne scheint. Beflügelt durch unsere gute Performance bei der Ink Pot Wanderung, haben wir beschlossen den ‚Plain of Six Glaciers‘ Trail zu machen: Laut Reiseführer eine der bemerkenswertesten, schönsten und leichteren Wanderungen im Banff – 14,6 km Rundweg mit 588 Höhenmetern. Das Ganze ist im Sommer sicher mit einigermaßen Fitness auch super gut zu machen… Allerdings hat sich das Ganze aufgrund der saisonalen Verspätung bereits nach 2 km zu einer Schneewanderung ausgewachsen, für die wir nicht unbedingt perfekt ausgestattet waren. 🙊





Mit jedem Meter weiter nach oben wurden die Spuren im Schnee weniger, und wir waren sehr froh dass der Satelittenmessenger auch Wanderkarten drauf hat. Andernfalls hätten wir das Teahouse oben wahrscheinlich nicht gefunden. Eigentlich verläuft der Trail noch weiter als zu dem Teahouse, aber wegen akuter Lawinengefahr auf dem weiteren Verlauf, drehten wir am Teahouse um. Einen Kommentar zur Wanderung hier im Video.
Auf dem Weg nach unten wurde uns klar, warum man diese Wanderung im Visitor Center eigentlich nicht empfohlen hatte: Viele kleine Lawinenabgänge. Lektion des Tages war für uns: ERST im Visitor Center des Parks nachfragen, DANACH loslaufen. 🙈
Nach diesem Abenteuer ging es zu unserem Campingplatz, um die verdiente ausgiebige heiße Dusche zu genießen. – Ein Traum. 😍
Apropos tierisch, die Fahrt nach Banff brachte uns auch die erste Grizzly-Sichtung ein. Er hatte sich auf der falschen Seite des Zauns am Trans Canada Highway verirrt und war sichtlich nervös. Beeindruckend war vorallem wie schnell ca. 6 Ranger Autos da waren um den Bären in die nächste Lücke des Zauns zu „treiben“.

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