Ausflug nach (irgendwie) Good Old Europe: Québec

Québec – bereitete uns bereits der Reiseführer darauf vor – fühlt sich wie eine europäische/französische Enklave in Übersee an. Und tatsächlich der (wenn auch sehr überschaubare Altstadt-) Kern vermittelte einem das Gefühl man wandle durch ein französisches Dorf. Wir waren natürlich nicht wirklich in Europa – aber wie es ein Stück französische Lebensart hier beharrlich schafft in Nordamerika seine Kultur zu bewahren, ist eine Mischung aus bemerkenswert und skurril.

Das Wahrzeichen welches über der Stadt thront, ist ein mondäner Hotelbau in dem jede Prominenz von Königin Elisabeth bis zu Theodore Roosevelt nächtigten. Tatsächlich war dies auch das Hotel in dem während des 2. Weltkrieges zwischen Winston Churchill und Theodore Roosevelt über die Invasion der Normandie entschieden wurde – ein geschichtsträchtiger Ort, der zumindest aus mancher Perspektive, alles in Québec zu überragen scheint.

Ehrlicherweise waren die paar französischen Straßenzüge, das Hotel und die Stadtmauer (die längste bis Mexico City!) es dann auch an touristischen Highlights. Uns gefiel es uns einfach nur etwas treiben zu lassen ohne großen Sightseeing-Druck, den diese Stadt hat einfach Flair.

Seit wir in Kanada sind, ist ab und zu etwas Seltsames passiert – ein jähes Gepiepse aus allen Handys weit und breit kam zur selben Zeit.

Es waren Alarme für alle möglichen Dinge, die automatisiert ausgelöst wurden. Mal war es eine Entführung, mal ein Brand, und auch in Québec schrillten auf einmal alle Telefone. Jeder bekam automatisiert, ob er wollte oder nicht, eine Nachricht gepusht. Alle Smartphones die sich in einer Funkzelle einwählen, in der gerade die Bevölkerung vor irgendetwas gewarnt werden muss, werden in Kanada angepingt. Uns war garnicht bewusst, dass es diese Funktion überhaupt gibt – eigentlich eine tolle Sache (auch wenn uns 5 Alarme für ein Gewitter etwas übertrieben erschienen, aber die Kanadier:innen halten es wohl besser mehr mit der Vorsicht als Nachsicht).

Zugegeben, der Himmel wurde auch ganz schnell schwarz und wir verzogen uns schnell nach innen. Erst frönten wir der französischen Lebensart in einem kleinem Bistro (für Wein & Käse) – trés francaisé – und als es nicht vorbei war, in einem Irish Pub.

Dort testete ich eines der National-“Gerichte“ wenn man es so nennen kann: „La Poutine“. Das kannten wir zumindest aus Frankreich nicht. Im Grunde sind es Pommes mit Bratensoße, und in meinem Fall mit Speck und Zwiebelringen. Eine Mischung aus irgendwie abartig nach Mansch aussehend, aber trotzdem erstaunlich lecker 😅. Geschmacklich fand ich es tatsächlich sehr gut, aber das Problem dass die Pommes leider durch die Soße sehr schnell weich werden, ist nicht mein Geschmack. Vielleicht sollte man es lieber getrennt servieren? Also wer das nächste Mal noch Soße vom Sonntagsbraten übrig hat kann diese kanadische Spezialität (die es hier übrigens auch bei McDonalds gibt!) ja mal ausprobieren 😜.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.