12h Hamburg und zurück

Noch bevor wir in unser 2. Sabbatical starten konnten, erinnerten uns die Wochen im April zusehends an unser letztes Sabbatical 2016 und das Drama um unseren Schiffstransport. Zugegeben, es war nicht ganz so dramatisch wie letztes Mal, (und es ging auch gut aus 😉) dennoch hatten wir gehofft, dass zumindest der Start reibungsfrei verläuft. Was war also los? Unser Schiff, welches wir für den Transport unseres Bus nach Halifax gebucht haben, hatte leider 14 Tage Verspätung. Eigentlich hätte es am 25.04. auslaufen sollen. Wir wollten das Auto ursprünglich am 19.04. in Hamburg auf seine Reise schicken. Leider war der neue Termin dann der 09.05. – Tendenz steigend. (Der Hintergrund ist, dass es nur eine Handvoll Frachtschiffe gibt, die immer die gleichen Routen fahren, im Grunde wie ein Linienbus, bedingt durch Coronaausfälle des Personals, Lieferkettenschwierigkeiten etc. hat dieses Schiff nun schon die oben erwähnte Verspätung.) Für uns war nur Eines klar: Wir wollen Deutschland zum geplanten Zeitpunkt verlassen. Deswegen hatten wir auch bei unserem Verschiffungspartner – der Firma Seabridge – immer wieder betont: Sollte ein Platz auf einem früheren Schiff frei werden, nehmen wir diesen, denn wir können es nicht mehr erwarten endlich wieder „on the road“- zu sein. Viel Hoffnung hatten wir diesbezüglich jedoch nicht; alle Schiffe waren bis Juli restlos ausgebucht. Nun wälzten wir also mal wieder Reiseführer, Websites und Google Maps und überlegen uns, ob es Sinn macht nochmal umzudisponieren, z.B. stattdessen nach Florida oder mit dem Mietwagen schonmal loszufahren. Es war kurzzeitig also wieder alles offen. Luxusprobleme natürlich, aber nervig trotzdem. Vor allem weil es unsere gesamte Reiseplanung in Frage stellen könnte, wenn es sich noch weiter nach hinten verschiebt, falls der Zeitpunkt der Abgabe unseres Autos sich immer näher an die Flugdaten schiebt…

Und dann kam Donnerstag der 21.04. Um 14:30 klingelte mein Telefon – ein Großkunde ist für das nächste Schiff abgesprungen. Wenn unser T5 bis Freitagmorgen 08:00 Uhr in Hamburg am Hafen steht, kommt er auf das frühere Schiff (mit ETA am 03.05. – also eine Woche vor uns). Wir mussten kurz überlegen – und sagten dann zu.

Dann begann ein hektischer Nachmittag für mich (Stefan war dienstlich unterwegs), denn es war zwar schon ein Großteil unserer Dinge im Bus, und wir hatten natürlich auch wieder eine Excel Packliste 😉 die half, doch der Dachgarten war noch nicht installiert und Einiges lag noch im Keller. Nach 2h Tetris war alles fest verzurrt, reingestopft und so untergebracht, dass hoffentlich bei der Überfahrt alles an seinem Platz bleibt.

Nach dem Ausdrucken von Bergen an Dokumenten, ging die Fahrt Richtung Hamburg um 19:28 Uhr los. Mit kurzen Zwischenstopps kam ich um 02:30 Uhr an, und schlief auf einem Autobahnparkplatz 4 kurze Stunden, denn das Auto musste noch gründlich vor der Überfahrt gereinigt werden (um das Einschleppen von fremden Arten, z.B. Insekten nach Nordamerika zu verhindern).

Angekommen am Hafen war alles perfekt organisiert – mit einer Checkliste unserer Frachtfirma durchlief ich in weniger als 35 Minuten das komplette Prozedere. Sehr deutsch erhielt ich natürlich in der Wartehalle ein Ticket (erinnerte ein bisschen an die Ikea Rückgabeschlange) und später einen Piepser der mir genau meldete, wenn ich an der Reihe war. Daraufhin tat ich etwas typisch Deutsches – und reservierte uns schonmal Plätze in dem ich Handtücher auslegte 😅.

Kleiner Scherz – in der Checkliste stand, man sollte die Sitze vor Schmutz schützen, da das Hafenpersonal die Autos ja rangiert und fährt ((und wenn es eine Checkliste gibt, dann werde ich dieser natürlich folgen 😉), empfohlen wurde Malerfolie, die ich gerade nicht zur Hand hatte, daher mussten unsere Badetücher herhalten. Im Kai durfte ich dann unseren Bus bei anderen wartenden Fahrzeugen abstellen, noch ein paar Bilder machen und dann wurde ich auch schon wieder rausgebracht. Seltsam war, dass ich weder eine Quittung oder Bestätigung bekommen hatte. Ich hatte also das Auto abgegeben und nichts in der Hand. Da war ich jetzt wohl wieder ziemlich deutsch, aber irgendwie fühlte sich das nicht richtig an und ich musste 2x nachfragen ob denn hier wirklich alles so seine Richtigkeit hat. Hatte es. Und dann blieb mir nur, unseren T5 einmal zu winken, ihm eine gute Reise zu wünschen – und mit dem Zug von Hamburg nachhause zu fahren. In 3 Wochen würden wir uns hoffentlich wohlbehalten wieder sehen.


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2022 ging es wieder los – diesmal von Kanada bis Panama – 44.000 Kilometer auf dem nordamerikanischen Kontinent, unterwegs mit einem (selbst) ausgebauten T5 Bulli, den meine bessere Hälfte und ich, von Deutschland verschifften.