Auch wenn das argentinische Selbstverständnis die Wahrheit geographisch etwas dehnt, wir sind am Ende der Welt angekommen.
Vom chilenischen Puerto Natales kommend, ging es bei Punta Delgada per Fähre nach Feuerland. Da Feuerland zwar als Ausläufer der Anden gilt, dort aber keine Vulkane zu finden sind, darf sich Jeder mal selbst fragen wie es zu diesem Namen kommt – Google und Wikipedia sind zumindest in den ersten Minuten verboten! Nur so viel sei verraten, darauf kommt man nur schwerlich.
Der nördliche Teil Feuerlands befindet sich auf chilenischem Staatsgebiet, und da es hier keine große chilenische Siedlung gibt, sondern nur ein paar Dörfer, geht der Straßenausbau nur sehr schleppend voran. D.h. 100km Schotterpiste; und das mit einem Auto, dessen Servoöl-Leck immer größer wird… eine Zitterpartie – aber wir haben es ja so gewollt 😉.
Am Grenzübergang nach Argentinien gab es Probleme, weil (wie schon im letzten Post erwähnt) die gute Dame an der letzten argentinisch-chilenischen Grenze uns das Dokument weggenommen hatte, das sie nur hätte kopieren sollen… Nun ja, das Ganze hat den Grenzübertritt um einige sehr anstrengende Minuten verzögert – beide Seiten waren irgendwann so entnervt von den Verständigungsproblemen, dass uns die Beamten einfach „durchwinkten“. Hier ist nur für mögliche Nachahmer anzumerken: Dies war der einzige Grenzübergang, bei dem sich die Beamten tatsächlich für den Inhalt unseres Auto interessiert haben. Keine wirkliche Durchsuchung, aber zumindest ein interessierter Blick in unsere Kühlbox.
Als die Grenze geschafft war, ging es auf wohltuendem Asphalt, die ersten 100Kilometer ziemlich trist, aber ab 100 Kilometer vor Ushuaia flankiert von tollen Landschaften/Seen, ging es nun zu der Stadt die sich selbst die letzte Stadt vor der Antarktis bezeichnet (Geografie-Bewanderte dürften wissen, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht). Was auf der Fahrtstrecke wirklich verwunderlich war, und zwar auf Hin- und Rückweg, und in beiden Staaten, war die Anzahl an (Entschuldigung:-) ) wahnsinnigen Radfahrenden. Hier geht ein Wind dass man keinen Hund vor die Tür jagen würde, wir hatten Schneeregen und sogar kurz Hagel – und diese Kamikaze-Rider versuchen sich mit dem Rad vorwärts zu bewegen… Man muss sich dauernd zwischen Mitleid und Lachen entscheiden, wenn mal wieder eine Windböe dafür sorgt dass nicht vorwärts, sondern rück- oder seitwärts geradelt wird 😁. Es ist ohnehin extrem wie schnell sich das Wetter hier ändert: Gerade ist man noch bei Sonnenschein mit T-Shirt draußen, braucht es keine 5 Minuten bis einen der Schnee- und Graupelschauer zu Pulli und Winterjacke zwingt. – Die Bilder geben also nur einen Teil der Wahrheit wieder.
Natürlich haben wir den Nationalpark Tierra del Fuego besucht und auch die typischen Fotos gemacht; vor den unzähligen Schildern in und um die Stadt.


















Zusammenfassend können wir nicht sagen ob man Feuerland jetzt wirklich gesehen haben muss – (wir hatten großes Glück mit dem Wetter, bei unserer Abfahrt schneite es wieder). Aber irgendwie gehört es dann doch zu so einer Reise dazu, irgendwann am „Ende der Welt“ gestanden zu haben – für uns war es auf jeden Fall etwas Besonderes.
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