Von Bariloche (Argentinien) ging es nun nach El Chalten in Patagonien. Der berühmte Nordteil des Nationalparks Los Glaciares wartete mit dem imposanten Berg Fitz Roy, der bei Klettern auf der ganzen Welt wegen seiner massiven, vertikalen Granitwände bekannt ist, auf uns. Doch zuvor waren noch 1.300km auf der Ruta 40 im Westen Argentiniens an der Grenze zu Chile zurückzulegen. Erst ging es durch den argentinischen Teil des Seengebietes, und danach nichts als Himmel, Wüste und Straße. Viele fliegen diese Strecke, aber speziell die ersten 600km sind etwas ganz Besonderes.
Hier grüßen sich die Autofahrenden untereinander, denn man sieht nur ca. alle 30min ein Auto. Während man sich durch diese karge, aber trotzdem atemberaubende Weite pflügt, sind die einzigen Zuschauenden kauende Guanacos am Wegesrand. Südamerikanische Idylle pur!
















Den zusätzlichen Abenteuerfaktor bringt bei uns noch die durchaus realistische Gefahr liegen zu bleiben – denn mein A3 quietscht markerschütternd beim Lenken. Auf einer der wenigen Tankstellen dann ein Blick auf den Servoölstand: wir verlieren massiv. Ein Blick unters Auto zeigt unser Servolenkgetriebe an der Spurstange ist undicht. Kurze Recherche der möglichen Schäden und Optionen. Da hier unten die Chance auf Teile gleich Null ist, entscheiden wir uns für permanentes Nachkippen. – War auch der Vorschlag des hilfsbereiten Argentiniers auf dem Parkplatz der Tankstelle, der, wie sich entpuppte bei VW in Buenos Aires arbeitet (Zufälle gibt’s!), wenn wir nicht umdrehen wollen.
Tankstellensuche ist hier unten nicht ganz einfach, das wussten wir. Deswegen sind unsere beiden Ersatzkanister randvoll. – Doch Geld zu bekommen ist noch schwerer: An den Bankomaten stehen Schlangen (wenn sie nicht ausgefallen sind) als ob das Geld umsonst wäre, und unsere deutschen Kreditkarten funktionieren auch nicht mehr. Infrastruktur in der Pampa hat Russland irgendwie besser hinbekommen als Argentinien und Chile. Unnötig zu erwähnen dass man, wenn man mal das Glück hat eine größere Bank mit funktionierendem Geldautomaten zu erwischen, für den maximal Abhebebetrag von umgerechnet 120€ immer mindestens 6€ Geldautomatengebühr bezahlt…


Mit einer Zwischenübernachtung in einem trostlosen Dorf namens Rio Mayo, erreichen wir El Chalten: Klein und überteuert (wie alles hier unten – selbst einfachste Einkäufe tun im Geldbeutel weh), aber wegen seiner Lage am Fuße des Fitz Roy ein einfach unschlagbarer Ausgangspunkt für Touren. Wir haben Glück mit dem Wetter und die Aussicht auf unserer Halbtageswanderung ist genial.











Am gleichen Tag geht es dann noch 220km in das fast schon städtische El Calafate (7.000 Einwohner) für den südlichen Teil des Parkes Los Glaciares am nächsten Tag.
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