Nach der längsten Busfahrt unserer ganzen Reise: 25h!! aus San Pedro de Atacama waren wir in Chile’s Hauptstadt angekommen – und es hat sich ein bisschen danach angefühlt nachhause zu kommen – denn nach fast täglichem Ortswechsel, war dies nun die Stadt in der wir gleich eine Woche verbringen wollten.
Die Busfahrt hatte bereits nach 3h ihr ‚Highlight‘ zu bieten: An einer Steigung muss kurz vor uns ein Auto in einen Kleinbus gefahren sein. Das Ganze war anscheinend halb so wild; bis auf das Problem dass der Kleinbus den kompletten Inhalt seiner Ölwanne bergabwärts, und leider genau auf unsere Fahrbahn, ergossen hat. Unser Bus hatte keine Chance: bei jedem vergeblichen Versuch ging es mit durchdrehenden Reifen nicht aufwärts, sondern ein Stück rückwärts den Berg wieder hinunter… So recht einsehen wollten das aber weder unsere beiden Busfahrer, die Polizei, noch die Feuerwehr. Nachdem anscheinend Ölbindemittel oder Sand nicht aufzutreiben waren, wurden nach 1,5h irgendwo zwei Schaufeln aufgetrieben, und die beiden jüngsten (und schmächtigsten) Polizisten mussten damit anfangen den Grün- bzw. Braunstreifen umzugraben, und diese Erde als Haftmittel vor und hinter unseren Bus verteilen. Das Ganze erinnerte etwas an den modernen “Deutschland-Baustellen-Achter“: Einer arbeitet, sieben schauen kommentierend zu, und mindestens doppelt so viele dokumentieren das Ganze per Handycam😅. Eigentlich ganz lustig, wenn man verdrängt dass jede verlorene Minute am Ende auf die ursprünglich geplanten 21-22h draufaddiert werden… Egal, am Ende hat es unser Bus unter dem Applaus zahlreicher Schaulustiger – und vor allem dem der Insassen – endlich geschafft. Nur knapp 22h später sind wir am Busterminal in Santiago angekommen. Von dort aus ging es, per U-Bahn in unser Hostel.
Und natürlich war der erste Tag “zuhause“ nach einer langen Reise vom Wichtigsten geprägt: Essen, trinken, Wäsche waschen und einkaufen, in der größten Shopping Mall Südamerikas. Ich sag‘ nur eins: Zum Glück gibt’s das zuhause nicht – in diese Mall würden wahrscheinlich der Großteil aller relevanten Geschäfte der Metropolregion Nürnberg reinpassen.
Natürlich haben wir uns Santiago auch angeschaut: Bellavista, Fischmarkt, Serro San Cristobal, … Aber was uns neben der Freundlichkeit und Entspanntheit der Stadt wirklich gefallen hat, war das einfache Rumlaufen, die vielen Cafés, Restaurants und das leckere Essen. Spannend waren auch die unterschiedlichen Menschen die anlässlich des Nationalfeiertags auf der Straße einfach miteinander zu Musik tanzten.


























Fazit: Santiago kann vielleicht nicht die atemberaubenden Highlights bieten, aber in dieser Stadt lässt es sich wirklich leben und gerade das, macht Santiago de Chile so lohnenswert, daher genug Zeit einplanen um ziellos auf Erkundungstour zu gehen!
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