Lagunen, Flamingos und Geysire

Am Morgen des zweiten Tages ging es los in Richtung der Hochlandlagunen, welche vor allem für eines bekannt sind: Flamingos. Unsere Fahrt führte uns zu 4 Lagunen, eine schöner als die Nächste. Aufgrund der vielen kleinen Algen und Krebse, treffen hier bis zu drei unterschiedliche Arten von Flamingos aufeinander, u.a. Andenflamingos und Chilenische Flamingos, um sich reichlich an diesem Büffet mit Kleinstorganismen satt zu essen. Die kleinen Krebse sind es auch, denen die Flamingos ihre rosane Farbe verdanken. Und was soll ich sagen, hierfür hat sich das Frieren dann doch gelohnt, die Landschaft ist ganz einfach eines: Atemberaubend!

Am Abend ging es dann in ein sogenanntes „Refugio“ also grob gesagt, einen Unterschlupf. Mehr war diese Unterkunft dann auch nicht mehr: Heißes Wasser gab es nicht, Heizung schon gar nicht. Überall zog es. Im Nullkommanichts waren wir alle so ausgefroren und versuchten uns in der Küche (der einzige Ort mit einem kleinen Holzofen) und 1,5L Wein irgendwie zu wärmen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Aber an diesem Abend war ich wenigstens nicht die Einzige die bitterlich fror. Nicht nur dass es den anderen Teilnehmern der 3-Tagestour genauso ging, und beim Abendessen mit Handschuhen und Mütze die Stimmung wärmer war, als der Raum –  wir bibberten wir wir es noch nie erlebt hatten; und wir waren (neben 4 Bettdecken) über unseren zusätzlichen Schlafsack und zwei Seidenschlafsäcke mehr als dankbar.

Am nächsten Morgen ging es noch vor Sonnenaufgang, mit etwas dumpfem Kopf vom billigen Wein, los Richtung Geysire. Spätestens hier fühlten wir uns ziemlich stark an Island erinnert. Die brodelnden und köchelnden Töpfe mit mineraliengesättigtem Schlick rochen nach Schwefel, und die Erde entließ heißen Dampf in die Atmosphäre. Während die Sonne aufging ein wirklich sehenswerter Anblick, der sogleich wieder an fremde Planeten denken lässt und für die Kälte eine gelungene Entschädigung war.

Über weniger Stock als mehr Stein ging es dann zur Grenze nach Chile, der wir mittlerweile extrem nah gekommen waren, und in San Pedro de Atacama stieg dann unsere Grenzwartezeit-Statistik mit 2h nochmal gewaltig an, bevor wir in einem wunderschönen Hotel endlich auftauten.


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2016 ging es von Deutschland über das Baltikum, quer durch Russland, von dort nach Südostasien und weiter in Südamerika, zusammen mit meiner besseren Hälfte, und über große Teile der Strecke mit meinem Audi A3.