Salar de Uyuni – ein mehrlagig/-schichtiges Erlebnis

Mit dem Nachtbus ging es von La Paz nach Uyuni und endlich war es soweit: Eine Highlighttour auf die vor allem ich mich sehr gefreut habe, stand bevor. Drei Tage in einem Allrad-Jeep zu sechst in die Salzwüste, zu den Hochlandlagunen und den Geysiren.

Zu allerest vorweg – die Natur war wunderschön! Aber für diesen Anblick musste man leider auch ziemlich leiden (zumindest wenn man so verfroren ist wie ich)!
Was ich bisher kaum erwähnt habe: Seit wir in Südamerika angekommen waren, fror ich permanent. Mein Körper war von Russland und Vietnam anscheinend so aufgeheizt, dass mir den ganzen Tag kalt war. Die Höhe machte es auch schlichtweg unmöglich sich richtig anzuziehen. In der Sonne warm, im Schatten sofort eisig kalt. Leider war überall zu lesen und zu hören, dass es in der Salzwüste noch schlimmer werden würde – ich stellte mich also auf beißende Kälte ein.
Schon bei der Ankunft fror ich bitterlich, und ich brach alle Rekorde des Zwiebellooks. In den Tagen in der Salzwüste hatte ich durchgängig 9(!) Schichten an (T-Shirt, Langarmshirt (2 Stück), dünner Zipfließ, Wollzippullover, dickerer Fließpullover, Softshellwindblocker, Outdoorjacke mit seperatem dickem Flauschinlay) – und fror immer noch. Ich hätte gerne noch mehr angezogen, aber es passte einfach nicht mehr unter die Jacke, und das Arme-heben für’s Fotografieren fiel als Michelinmännchen schon schwer genug. Erschwerend kam noch hinzu, dass es jetzt langsam wirklich Ende war mit Luxus wie heißem Wasser oder Heizung. Also ein Aufwärmen in der Unterkunft ist nur sehr bedingt möglich. Am ersten Tag ging es erst zum Eisenbahnfriedhof, bevor es in die Salar de Uyuni ging.

Natürlich haben wir uns in der Salzwüste auch an lustigen Bildern versucht, leider nicht mit dem größten Erfolg, denn wie so oft macht Übung bekanntlich den Meister. Der Witz ist nämlich hier, dass durch die fehlenden Fixpunkte am Horizont viele lustige Spiele mit der tatsächlichen und abgebildeten Entfernung möglich sind, aber die richtigen Einstellungen dafür herauszufinden ist nicht ganz einfach. Da unser Guide überhaupt kein Verständnis dafür hatte, dass Tourist:innen hier gerne ein paar Minuten mehr Zeit hätten (wir hatten 15min!) konnten wir unsere Kreativität nur bedingt ausleben. Aber seht selbst:

Eine Wanderung auf einer Kakteeninsel mitten in der Salzwüste rundete den Tag ab. Diese Erhebung mit jahrhundertealten Kakteen, eingebettet in salziger trockener Umgebung, wirkte fast wie von einem anderen Planeten.

Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel ganz aus Salz, ein besonderes Erlenbis und sogar mit heißem Wasser zum Duschen (eher eine Seltenheit hier!) und glücklicherweise hatten wir ein Zimmer ohne Fenster und innenliegend. Doppeltverglaste Fenster gibt es hier nicht, und zwischen Fensterrahmen und Mauer ist es gut und gerne mal ein Abstand von 1-3cm, sodass die Kälte richtig schön ins Zimmer kriechen kann.

Aber so war zumindest die erste Nacht noch erträglich. Und der nächste Tag versprach besonders schön zu werden,  denn auf dem Programm stand die Fahrt zu den Hochlandlagunen.


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2016 ging es von Deutschland über das Baltikum, quer durch Russland, von dort nach Südostasien und weiter in Südamerika, zusammen mit meiner besseren Hälfte, und über große Teile der Strecke mit meinem Audi A3.