La Paz: „1 Grad Celsius pro 100m“

La Paz erstreckt sich von 3.200m bis 4.100m über dem Meeresspiegel. Da die Temperatur pro 100m um 1° C ansteigt, wenn man vom höchsten Punkt (El Alto) nach unten wandert, wird ziemlich deutlich, warum Wärme hier ausschlaggebend dafür ist, wo die guten Wohngegenden sind. Sprich, je reicher die Leute sind, desto weiter unten wohnen sie.

Der Reihe nach:
Unsere Nachtbusfahrt von Copacabana nach La Paz war wenig entspannt, da wir mitten in der Nacht Halt machen mussten, während die beiden Fahrer und herbeieilende Freunde/Bekannte (wer auch immer) 2h lang unseren Bus reparierten. Ich habe allerdings keine Ahnung was kaputt war. Nun ja … wir sind heil in La Paz angekommen.

La Paz selbst ist nicht wirklich schön, aber aufgrund seiner Lage und Ausdehnung extrem beeindruckend. Da La Paz sehr schnell (und unkontrolliert) wächst, und die Straßen komplett verstopft sind, wurde vor einigen Jahren angefangen ein Seilbahnnetz zu etablieren, das die einzelnen Stadtteile miteinander verbindet. Das macht es einem leicht einen tollen und günstigen Überklick über die Stadt zu bekommen – auch wenn wir uns  jedes Mal nach dem Aussteigen aus der Gondel intuitiv zur Tür drehen wollten um jnach Snowboard und Skiern zu greifen – und auch die Werbetafeln für Jagertee sind leider nicht zu finden 😉. Dafür gibt es tolle, farbenfrohe Märkte, pragmatische Friedhöfe, Südamerikas bislang günstigste Souvenirläden, und ein Auto im Felsen, von dem wirklich Niemand weiß wie es dorthin gekommen ist…

Zwei kleine Besonderheiten:
a) Obwohl gerade mal eine Woche vor unserem Besuch in La Paz der Innenminister von aufgebrachten Minenarbeitern entführt und zu Tode geprügelt worden war, erschien uns die Situation in La Paz als relativ entspannt. Die Polizeitpräsenz war vergleichbar mit anderen südamerikanischen Regierungssitzen, ohne dass eine größere Anspannung merklich gewesen wäre.
b) Auch wenn Ich im vorherigen Post (zurecht) geschrieben hat, dass wir von der bolivianischen Freundlichkeit ziemlich enttäuscht waren, so gab‘ es eine umso schönere Ausnahme davon, die auch nicht unerwähnt bleiben soll und darf: Als ich in einem der vielen Souvenirshops im Touristenviertel einen Tumi (Medizingott, u.A. der Inkas) gekauft hatte, hat uns die Verkäuferin einen kleinen Kondor aus Keramik geschenkt, und uns erzählt dass der Kondor das Sinnbild für erlebnisreiche und sichere Reisen sei. – Toll!

Von La Paz aus ging es für uns weiter in die größte Salzwüste der Erde, die Salar de Uyuni.


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2016 ging es von Deutschland über das Baltikum, quer durch Russland, von dort nach Südostasien und weiter in Südamerika, zusammen mit meiner besseren Hälfte, und über große Teile der Strecke mit meinem Audi A3.