Prunk und Pracht in St. Petersburg

Nach einer langwierigen Grenzüberquerung war es dann endlich soweit: St. Petersburg, mein erstes großes „Highlight“ lag vor uns. Und es war so schön und prachtvoll wie ich es mir vorgestellt hatte, und rangiert für mich definitv unter den Top10 der Großstädte auf dem Kontintent Europa. Man findet Elemente von Rom, Venedig oder Paris – eine sehr schöne Stadt.

Understatement ist keine der russischen Stärken; sah man an den Autos ziemlich deutlich (lustig wie ich mir Sorgen um meinen alten A3 gemacht habe, und dann zwischen BMWs und Porsche Cayennes geparkt habe *hust*)  spätestens in der Eremitage wurde dann der, auch historische, Hang der Russen zum Luxus deutlich. 😉

Leider gehört das Beherrschen von Fremdsprachen auch nicht zu den russischen Stärken, selbst junge Leute waren mit Englisch sichtlich überfordert. Allerdings sind Russ:innen sehr hilfsbereit und nett, und erzählen erst mal ganz viel auf Russisch. Wenn man jetzt jedoch mit „Sorry, we don’t speak Russian“ antwortete, haben sie ganz verschüchtert gelacht, und meistens die  Flucht ergriffen. 😉  Ein sehr lustiger Effekt der sich, wie ich feststellen konnte, in jeder Stadt wiederholte.
In St. Petersburg war es nun auch an der Zeit das erste Mal ans Wäsche waschen zu denken. In meinem Hotel sprach der Hotelmanager etwas Englisch und machte eine Wäscherei ausfindig, 1kg Wäsche für 150 Rubel (ca. 2€ – sehr fair ;-)); daraufhin ging es los mit Tüten bepackt dorthin. Und nach langem Suchen war die „Wäscherei“ in einem Hinterhof eines Hinterhofs gefunden. Mit einer deutschen Reinigung hatte es wenig gemeinsam, aber ein paar ältere Damen gaben mir mit Händen und Füßen zu verstehen, dass man die Wäsche dort lassen könnten.

Eigentlich hätte es innerhalb eines Tages fertig sein sollen, aber als nach 2 Tagen immer noch keine Meldung im Hotel eingegangen waren, begann das Telefonieren. Zuerst wusste niemand von unserer Wäsche (Ich sah mich schon beim Shopping in St. Petersburg, da ich fast meine gesamte Wäsche dort gelassen hatte ;-)). Mit Hilfe des Hotelpersonals  fand ich dann heraus, dass die Wäsche angeblich fertig sei, so stapfte meine bessere Hälfe hin, um einen völlig ahnungslosen (aber netten) Herren zu begegnen, der ihm sagt er müsse später wiederkommen.

Zurück im Hotel verhandelten die netten Rezeptionisten (mal wieder) mit der Wäscherei, und schließlich wurde versprochen diese zu liefern. Und was soll ich sagen, zwar mit 2 Tagen Verspätung, aber es kam alles frisch gewaschen und vollständig an. 😉 Gut, noch besser wäre es gewesen die weißen Sachen zu trennen, aber graue T-Shirts kann man auch zu Allem kombinieren. 😀

Am letzten Tag ging es in das legendäre Zarenschloss Peterhof, etwas außerhalb von St. Petersburg.

Es war wirklich schön, aber definitiv das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis bisher, da es eine der Hauptattraktionen um St. Petersburg ist. Insofern zwar nett, aber nicht schön genug, dass ich es empfehlen würde.

Verabschiedet wurde ich an unserem letzten Tag von einem der Hotel-Rezeptionisten, der in gebrochenen Englisch meinte, er hätte schon gehört, was wir vorhätten. „You crazy people“ war sein lachender Kommentar. Ah schön, selbst die Russen halten uns für verrückt, das stimmt zuversichtlich :-P.

Alles in Allem ist mein Eindruck der Russ:innen fast ausschließlich positiv (gut die Wäscherei war unkoordiniert, und es gab einen unverschämten Taxifahrer der abzocken wollte  – aber der Rest war durchweg hilfsbereit und nett, wenn auch leicht zurückhaltend.) St. Petersburg ist eine wunderschöne empfehlenswerte (manchmal sehr europäische) Stadt, und wenn man sich einer Tour anschließt kann man die Stadt sogar für 72h ohne Visum besuchen, also Alle auf nach St. Petersburg. 🙂


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2016 ging es von Deutschland über das Baltikum, quer durch Russland, von dort nach Südostasien und weiter in Südamerika, zusammen mit meiner besseren Hälfte, und über große Teile der Strecke mit meinem Audi A3.